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Britta Dassler
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Frage von Joel H. •

Frage an Britta Dassler von Joel H. bezüglich Gesundheit

Guten Tag Frau Dassler.

Es geht mir hier um das Vorhaben der Impfpflicht.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu dem Thema?

Unsere drei Kinder sind, zum Glück, alle drei ungeimpft und ich freue mich ihnen berichten zu können das sie NIE krank sind, sehr im Unterschied zu den meisten ihrer geimpften Klassenkameraden. Wir glauben das eine Impfpflicht ein untragbares Einmischen in unsere Persönlichkeitsrechte darstellen würde und glauben ausserdem das die Pflicht eher den wirtschaftlichen Interessen der Pharmalobby gehorcht als gesundheitspolitischen Notwendigkeiten.

Kennen Sie die Stellungnahme der "Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V."?
Falls nicht würde ich ihnen diese gerne zusenden.

Wie gehen Sie selbst denn für sich und ihre Familie mit dem Thema Impfen um?

Vielen Dank für Ihre Zeit und ich bitte Sie hier die Persönlichkeitsrechte der deutschen Bürger nicht weiter einzuschränken.

Gruss,
J. H.

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Antwort von
FDP

Guten Tag, Herr Hurley,

vielen Dank für Ihre aufgeworfenen Fragen zum Thema Impfpflicht sowie Ihrem Interesse an der Gesundheitspolitik der Freien Demokraten.

Unser Ziel ist es, die Ausrottung aller mit Impfstoffen eradizierbaren Infektionskrankheiten voranzutreiben. Es geht also nicht nur um Masern, sondern Mumps, Röteln, HPV – aber auch um nicht eradizierbare Krankheiten, wie die Grippe, die allein im Schnitt 10.000 bis 20.000 Tote jährlich in Deutschland fordert, wovon schätzungsweise die Hälfte durch Impfungen vermeidbar wären. Das sind so viele Tote wie es in den letzten 10 Jahren überhaupt Masernfälle gab. Deshalb muss in Deutschland auf allen politischen Ebenen mehr passieren.

Klar ist: Wir haben drastische Impflücken - jedoch nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Diese Impflücken stehen der so wichtigen Herdenimmunität entgegen. Dass der überwiegende Teil der Bevölkerung seinen eigenen Impfstatus nicht kennt, ist in einem Land, das alle Möglichkeiten hat, zahlreiche Infektionskrankheiten auszurotten, nicht tragbar. Insbesondere bei jungen Erwachsenen ist in den vergangenen Jahren ein dramatischer Anstieg an Masernerkrankungen zu verzeichnen. Ein veraltetes System mit papierenem Impfpass und umständlicher Handhabung macht es den Menschen nicht leicht, sich notwendiger Impfungen zu unterziehen.

Statt einer allgemeinen Impfpflicht fordern wir als FDP eine ‚Konzentrierte Aktion Impfen‘ auf allen Ebenen. Zum einen ist es notwendig, Impfangebote niedrigschwelliger auszugestalten. So sollen alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland impfen und dies auch zu Lasten der Krankenversicherungen abrechnen dürfen. Ferner ist die bundesweite Einführung eines digitalen Impfpasses, durch welchen jede Bürgerin und jeder Bürger jederzeit und von überall den persönlichen Impfstatus abrufen kann, unerlässlich. So sollen sie automatisch an notwendige Impfungen auf Basis der aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut erinnert werden und zugleich Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Infektionskrankheiten und deren Gesundheitsgefahren sowie zu Impfungen einschließlich deren Nutzen und tatsächliche Risiken verständlich vermittelt bekommen. Zusätzlich sollte eine gesetzliche Aufklärungspflicht zur Infektionsprävention durch Impfungen für Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen und Entbindungspfleger in das Infektionsschutzgesetz aufgenommen werden. Neben einheitlichen Impfempfehlungen im gesamten Bundesgebiet ist es für uns ebenso notwendig, dem Deutschen Bundestag jährlich einen Bericht zur Evaluation von Maßnahmen zur Impfaufklärung, insbesondere seitens des öffentlichen Gesundheitsdienstes, vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen aus Herzogenaurach
Britta Dassler