Werden Sie sich im Bundestag gegen eine Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen und gegen die Abschaffung der Mindestvergütung einsetzen? Falls ja: Wie konkret?
Sehr geehrter Herr Ramelow,
ich bitte Sie, sich klar gegen Regelungen einzusetzen, die die psychotherapeutische Versorgung weiter verschlechtern.
Schon jetzt warten viele Menschen, auch in Thüringen, viel zu lange auf einen Therapieplatz. Eine Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen oder die Abschaffung der Mindestvergütung würde Praxen zusätzlich unter Druck setzen. Am Ende gäbe es weniger Therapieplätze, längere Wartezeiten und noch mehr Menschen ohne rechtzeitige Hilfe.
Psychotherapie ist keine Luxusleistung, sondern notwendige Gesundheitsversorgung.
Mit freundlichen Grüßen
Psychische Gesundheit ist keine Nebensache und keine Stellschraube für kurzfristige Sparpolitik. Wer bei der Psychotherapie kürzt oder Leistungen budgetiert, spart nicht, er verlagert Leid und Kosten in die Zukunft. Die Folgen tragen die Betroffenen, ihre Familien und am Ende die gesamte Gesellschaft. Deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Fraktion die GKV-Reform in dieser Form abgelehnt. Wir halten es für falsch, ausgerechnet dort den Rotstift anzusetzen, wo Menschen oft monatelang auf dringend benötigte Hilfe warten. Die Linke im Bundestag Mir war das Thema aber schon vorher wichtig. Deshalb habe ich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus meinem Thüringer Wahlkreis mit unserer Landtagsfraktion zusammengebracht, damit ihre Erfahrungen und Sorgen unmittelbar in die politische Debatte einfließen konnten. Denn gute Politik entsteht im Gespräch mit den Menschen, die täglich Verantwortung tragen. Bericht der Thüringer Linken
Im Bundestag werde ich mich deshalb weiter dafür einsetzen, dass eine Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen verhindert wird und die Mindestvergütung erhalten bleibt. Konkret heißt das: Ich werde entsprechende parlamentarische Initiativen unterstützen, den Druck auf die Bundesregierung erhöhen und gemeinsam mit Betroffenen, Kolleginnen und Kollegen dafür kämpfen, dass die ambulante psychotherapeutische Versorgung nicht weiter geschwächt wird. Gesundheit ist keine Ware. Und eine solidarische Gesundheitsversorgung misst sich daran, ob Menschen rechtzeitig Hilfe bekommen, nicht daran, wie viel sich kurzfristig einsparen lässt.

