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Bernhard Seidenath
CSU

Frage an Bernhard Seidenath von Znexhf Uvrergu bezüglich Verkehr

13. Januar 2013 - 19:08

Sehr geehrter Herr Seidenath,

Sie schrieben in der Antwort [1] an Senh Uüoare, die Auswirkungen einer dritten Startbahn am Flughafen im Erdinger Moos seien für den Landkreis Dachau nicht bekannt.

1. Was halten Sie von dem Prinzip "Was du nicht willst, dass man es dir antut, das füge auch keinem anderen zu"?

(Wenn der Landkreis Dachau von Ab- und Anflügen auf eine 3. Startbahn nicht betroffen sein sollte, sind es schließlich andere.)

2. Was kommt heraus, wenn Sie selbst dieses mit Staatsmacht in ein "Landesentwicklungsprogramm" hineingepresste Projekt wirtschaftlich betrachten?

(Dies gerade angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen für 2012: Mehr Passagiere und nun weniger als 400000 Flugbewegungen.)

Es heißt immer, die Zukunftsfähigkeit Deutschlands beruhe auf dem technischem Stand seiner Wirtschaft und der Ausbildung seiner Bevölkerung.

3. Passt hierzu der Grund für das Projekt, nämlich die Kapazität von München als "Luftdrehkreuz" zu steigern?

Beachten Sie, wie primitiv die Standortfaktoren der entsprechenden Branche sind: a) Günstiger Treibstoff b) Asphaltierbare Fläche c) Keine oder eine gegenüber den Umweltauswirkungen schon abgestumpfte Anwohnerschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Hiereth

[1] http://www.abgeordnetenwatch.de/bernhard_seidenath-512-19216--f363895.html#q363895

Frage von Znexhf Uvrergu
Antwort von Bernhard Seidenath
17. Januar 2013 - 13:08
Zeit bis zur Antwort: 3 Tage 17 Stunden

Sehr geehrter Herr Hiereth,

für Ihre Fragen danke ich Ihnen.

Zu Ihrer ersten: vom kategorischen Imperativ halte ich sehr viel. Der Landkreis Dachau wird allerdings von der 3. Start- und Landebahn betroffen sein, insbesondere die nördlichen Gemeinden. Nachdem die Flugrouten bisher nicht bekannt sind, ist aber noch unklar, w i e der Landkreis betroffen sein wird. Im Landkreis Dachau haben wir schon bisher durchaus intensive Erfahrungen mit Fluglärm: die südlichen Zwei-Drittel des Landkreises liegen exakt im Einzugsbereich der bestehenden beiden Start- und Landebahnen des Flughafens Franz-Josef-Strauß.

Zu Ihrer zweiten Frage: Die Wirtschaftlichkeit einer dritten Start- und Landebahn ist letztlich eine Frage, die die Flughafen München GmbH beantworten muss. Juristisch relevant und interessant allerdings ist, ob es einen Bedarf für eine dritte Bahn gibt. Nicht zuletzt mit dieser Frage wird sich das anhängige Gerichtsverfahren befassen, das den Planfeststellungsbeschluss überprüft. Für die Beurteilung können die von Ihnen genannten Daten und Fakten nicht außer Acht bleiben.

Zu Ihrer dritten Frage: Natürlich stimmt auch die Gleichung: mehr Passagiere ist gleich mehr Arbeitsplätze am Flughafen. Auch ist die Wirtschaft im Großraum München auf Direktverbindungen in alle Welt angewiesen. Die Frage ist und bleibt aber, inwieweit hier - angesichts eines auch mit zwei Bahnen florierenden Großflughafens - eine dritte Start- und Landebahn notwendig ist. Damit sind wir wieder bei der Frage des Bedarfs - und so beim anhängigen Gerichtsverfahren. Ich selbst sehe ebenfalls riesige Fragezeichen hinter der Frage des Bedarfs.

So hoffe ich, Ihnen mit diesen drei Fingerzeigen etwas weitergeholfen zu haben, und grüße Sie freundlich

Bernhard Seidenath