Hallo Frau Bas. Wie können Sie die drastischen Änderungen zur Wärmepumpenförderung zulassen? Und das über Nacht?!
Sehr geehrte Frau Bas,
ich bin normale durchschnitts Arbeitnehmerin. Ich bin selten krank und wenn ich bis 67 arbeiten gehe, habe ich 50 Jahre gearbeitet und damit bin ich kein Einzelfall. Das ist alles andere als okay aber darum geht es hier heute nicht. Sie dürfen aber dennoch darüber nachdenken, da würde ich mich sehr freuen.
Ein Schlag ins Gesicht für mich und viele andere, ist ihre neue Idee zur Förderung der Wärmepumpe über Nacht!!
Wir hatten Pläne, zum Austausch der Heizung, zum Umweltschutz, unabhängig werden von Öl, und jetzt?! Jetzt können wir unseren Sommerurlaub streichen!
Es wäre schön, wenn sich unsere Regierung auch mit dem Leben der normalen Leute befassen würde. Leider ist das scheinbar nicht der Fall.
Wie soll ich da glauben, dass ihnen das Volk wichtig ist? Und nicht nur die eigene Brieftasche?
Wie soll ich da glauben, dass es ihnen nicht egal ist, dass so viele die AFD wählen?
Ich freue mich über eine Rückmeldung .
Mit freundlichen Grüßen
Sonja T.
Sehr geehrte Frau T.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Dass die Umstellung so kurzfristig kam, war für Menschen mit konkreten Plänen, die aber noch nicht umgesetzt waren, schlicht ärgerlich. Ihre Kritik daran kann ich nachvollziehen. Wichtig ist: Bereits bewilligte oder vollständig eingereichte Anträge sind von der Änderung nicht betroffen.
Heizungstausch und Sanierungen senken den Energieverbrauch, sie sind gut für Klimaschutz und Konjunktur, und sie entlasten Bürgerinnen und Bürger langfristig bei den Energiekosten. Angesichts der angespannten Lage des Bundeshaushalts musste die Förderung an den tatsächlichen Mittelbedarf angepasst werden.
Die Reform ist aber keine reine Sparmaßnahme. Wir setzen damit endlich das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel einer stärkeren sozialen Staffelung um. Das ist auch im Sinne einer effizienten Verwendung öffentlicher Gelder wichtig: Die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe sind in Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor auffällig hoch. Auch das soll die Reform mittelfristig ändern.
Gerne möchte ich einige wichtige Punkte hervorheben: Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen (zvE) bis 30.000 Euro erhalten einen höheren Bonus als vorher: 40 statt bisher 30 Prozent. Damit steigt der maximale Zuschuss erstmals auf 80 Prozent. Ein neuer Familienzuschlag reduziert das Einkommen rechnerisch um 10.000 Euro und ermöglicht Familien so einen höheren Bonus. Bis 40.000 Euro zvE bleibt der Bonus unverändert bei 30 Prozent, neu ist ein Bonus von 10 Prozent für Haushalte mit einem zvE bis 50.000 Euro.
Bei aller berechtigten Fokussierung der Anreize ist auch klar: Die vom Haushaltsausschuss beschlossene Förderung bedeutet in der Summe eine Kürzung gegenüber der bisherigen Förderung. Die konkrete Ausgestaltung soll diese Kürzung für die Menschen, die sie am meisten brauchen, aber möglichst auffangen – das war der SPD-Bundestagsfraktion ein besonderes Anliegen.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

