Portrait von Astrid Rothe-Beinlich
Astrid Rothe-Beinlich
Bündnis 90/Die Grünen

Frage an Astrid Rothe-Beinlich von Treyvaqr Cvpxebqg bezüglich Naturschutz

26. Mai 2021 - 10:17

Die Thüringer Stauseen, speziell der Hohenwartestausee, sind immer noch von hoch-ps- Motorbooten befahren. Es tut einem körperlich weh, wie man zusehen muß, wie ohne Notwendigkeit die Natur kaputt gemacht wird. An warmen Tagen dröhnt es von früh bis spät, Wasser, Luft, Fauna und Flora nehmen ständig Schaden. Nun sind ja in Thüringen die Grünen an der Macht und wir hofften darauf, daß diese Umweltverschmutzung ein Ende hat. Warum passiert da nichts?
Für mich ist das eine wichtige Wahlentscheidung, ob die Grünen nur Phrasen von sich geben oder auch mal handeln.
Mit freundlichen Grüßen
Gerlinde Pickrodt
Naturliebhaber und -schützer

Frage von Treyvaqr Cvpxebqg
Antwort von Astrid Rothe-Beinlich
27. Mai 2021 - 07:48
Zeit bis zur Antwort: 21 Stunden 30 Minuten

Sehr geehrte Frau Pickrodt,

ich teile ihre Ansicht bezüglich der Lärmbelästigung und der
Beeinträchtigungen der Ökosysteme und sehe das Befahren der Stauseen mit
von Verbrennungsmotoren angetriebenen Motorbooten sehr kritisch (zumal
ich selbst als Paddelbootfahrerin und begeisterte Wasserwanderin meine
eigenen Erfahrungen diesbezüglich beisteuern könnte). 2019 wurde mit der
Novelle des Thüringer Wassergesetzes festgelegt, dass die Nutzung von
Motorbooten auf oberirdischen Gewässern nur dann zulässig ist, wenn die
zuständige Wasserbehörde dies per Rechtsverordnung oder im Einzelfall
gestattet. Im Fall der Hohenwartetalsperre liegt diese Zuständigkeit
beim Landratsamt des Saale-Orla-Kreises. Der Landkreis hat die Nutzung
von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren in der Verordnung zur Nutzung der
Hohenwartetalsperre gestattet. Die Fragen welche Motorboote mit welchen
technischen Voraussetzungen zu welchen Zeiten auf dem Stausee betrieben
werden dürfen, liegen also beim Landkreis und können nicht von uns
direkt aus dem Landtag geregelt werden. Dennoch würde ich mich sehr
freuen, wenn die dafür zuständigen Entscheidungsträger in den jeweiligen
Kreisen und Städten unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit für die
Nutzung von Motorbooten mit Verbrennungsmotor möglichst strenge Auflagen
erteilen und die bisher genehmigten Gestattungen baldmöglichst auslaufen
lassen würden. Denn mit fossilen Brennstoffen angetriebene Fahrzeuge
haben aus Klimaschutzgründen nirgendwo eine Zukunft, so
selbstverständlich auch nicht auf unseren Stauseen und sonstigen
Oberflächengewässern.   

Mit freundlichen Grüßen Ihre

Astrid Rothe-Beinlich