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Astrid Rothe-Beinlich
Bündnis 90/Die Grünen
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Frage an Astrid Rothe-Beinlich von Simon E. bezüglich Bildung und Erziehung

Werte Kandidatin, werter Kandidat,

ich möchte Ihnen im Namen des „Prager Haus e.V. Apolda“, welcher sich mit der geschichtlichen Erforschung und Aufbereitung der persönlichen Schicksale von im 3. Reich zwischen 1933 und 1945 verfolgten und ermordeten Bürgern speziell aus Apolda als auch thüringenweit befasst und in den Broschürenreihen „gesucht“ und „gefunden“, sowie zu öffentlichen Veranstaltungen u.a. mit Zeitzeugen, wie gerade zur Veranstaltungsreihe „Stolpersteine“ in Apolda bürgernah erinnert und informiert, im Sinne einer weithin erfolgreichen Vereinsarbeit folgende Frage stellen.

Seit Anfang 2009 gilt eine neue Thüringer Archivgebührenordnung mit deutlich gestiegen Gebühren, so das dem ehrenamtlichen Verein eine bei den Thüringer Archiven recherchierte Seite Archivmaterial nunmehr rund 3.-EUR kostet, was die weitere auch bildungspolitisch wichtige Vereinsarbeit stark einschränkt und langfristig finanziell in Frage stellen wird, Was, Wie und Wann werden Sie im neugewählten Thüringer Landtag machen, um ehrenamtlichen und nicht kommerziellen privaten Nutzern der Thüringer Archive den freien Zugang zum Allgemeingut der Thüringer Geschichte zu gewähren oder zumindest finanziell tragbar zu gestalten?

Mit freundlichen Grüßen

Simon Ehrenreich, Apolda

Frage von Simon E. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 28 Minuten 33 Sekunden

Sehr geehrter Herr Ehrenreich,

liebe Mitglieder des "Prager Haus e.V." in Apolda,

ich habe hohen Respekt vor Ihrer Arbeit und Danke Ihnen außerordentlich für Ihr ehrenamtliches Engagement.
"Erinnern für die Zukunft" ist gerade in der heutigen Zeit, wo die Zeitzeugen immer weniger werden, die von den Greueltaten der Nazizeit berichten und die Erinnerung wach halten können, ganz zentral.

Insofern danke ich Ihnen auch für den wichtigen Hinweis auf die geltende Archivgebührenordnung, die genau diese wichtige Rechereche, die die Grundlage für die Dokumentation und Mahnung darstellt, offenkundig für viele erschwert, wenn nicht sogar verunmöglicht.

Unser Anliegen ist es, den Zugang für nichtkommerzielle ehrenamtlich Interessierte, wie eingetragene Vereine aber bspw. auch DoktorandInnen, zu den Archiven so zu gestalten, dass dieser ggf. mit einem symbolischen Einmalbeitrag für den Verein /die Person ermöglicht wird - wie bspw. durch Ausgabe von Mitgliedsausweisen - ähnlich der bei Bibliotheken und sich ggf. auch an den Beiträgen, die in Bibliotheken erhoben werden, orientieren sollte.

Kosten für Kopien etc. müssten allerdings erhoben werden - in der Höhe, wie sie auch tatsächlich entstehen.

Sichergestellt sein muss dann allerdings auch die Finanzierung der Archive und deren Bestandserhalt durch Land wie Kommunen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Astrid Rothe-Beinlich

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