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Arnold Vaatz
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Frage von Angelika H. •

Frage an Arnold Vaatz von Angelika H. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Vaatz,
Herr Tillich forderte in einer seiner letzten Rede die sofortige Öffnung für Arbeitskräfte aus den Ländern wie Polen, Tschechei usw. und Frau Merkel stellte fest, es würden viel zu wenig Ausländer Anträge auf Einbürgerung stellen und erhöhte die Mittel für Integrationskurse um 19 Millionen auf 175 Millionen €.
Haben diese beiden Politiker sich nur e i n m a l in den Firmen umgehört, die jetzt zu Tausenden die Arbeitskräfte in die Kurzarbeit bzw. zum Arbeitsamt schicken???
Ich achte gewiss ausländische Mitbürger in unserem Staat. Nur meine ich, in einer so dramatischen Entwicklung der Arbeitslosigkeit/Kurzarbeit sind doch diese Äußerungen mehr als realitätsfern!
Die Mitglieder und Sympathisanten der NPD klatschen sich in die Hände und erwarten zu den Wahlen, auch aus diesen von mir genannten Gründen, reichlich Kreuzchen.
Meine Frage an Sie: Sind Sie auch der Meinung, in unser Land noch mehr Ausländer zu holen und zu integrieren bei Inkaufnahme von Lohndumping und sozialen Unruhen - ohne gesellschaftliche Notwendigkeit ???
Falls Sie diese Forderungen von Merkel und Tillich nicht vertreten, würden Sie auch öffentlich dazu Stellung nehmen?

Mit freundlichen Grüßen aus dem Striegistal
Angelika Hörner

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Antwort von
CDU

Sehr geehrte Frau Hörner,

ich vertrete meine Meinung, auch dann, wenn ich glaube, dass Vertreter meiner Partei einen falschen Weg einschlagen. Bei dem von Ihnen genannten Thema ist dies ausweislich nicht der Fall. Wir müssen unseren Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte auch weiterhin offen halten. Dies ist gar wohl eine gesellschaftliche Notwendigkeit, da in etlichen Fachbereichen gut ausgebildete Mitarbeiter fehlen. Im internationalen Wettbewerb um diese Fachkräfte steht Deutschland nicht immer gut da und die demographische Entwicklung lässt die klare Aussage zu, dass sich diese Mangelsituation auch in den kommenden Jahren nicht verbessern wird. Deshalb ist es folgerichtig, wenn der sächsische Ministerpräsident oder die Bundeskanzlerin mehr Engagement in diesem Bereich von den Ländern oder dem Bund einfordern.
Sie sollten jedoch das nationale Interesse an diesen Arbeitskräften nicht mit dem Problem der in Deutschland vorhandenen schlecht oder gar nicht ausgebildeten Menschen mit Migrationshintergrund vermischen. Ich teile nicht Ihre Auffassung der Gefahr von sozialen Unruhen. Aber die Bewältigung des Problems zahlreicher kaum vermittelbarer Mitglieder von Minderheiten wird uns alle noch vor große Aufgaben stellen. Die Integrationsprobleme in Deutschland müssen weiterhin umfassend gelöst werden. Eine gezielte Anwerbung von Fachpersonal steht diesem Ziel aber nicht entgegen.

Mit freundlichem Gruß
Arnold Vaatz