Wie hört sich das an, ein Partei gründen für psychisch kranke und behinderte Menschen??
Natürlich geht es dann auch um diese Themen.
Sehr geehrter Herr B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Gedanken zur politischen Beteiligung. Wie die Interessen von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen am besten vertreten werden können, ist von zentraler Bedeutung für eine gerechte Gesellschaft und auch mir ein sehr großes Anliegen.
Ich begrüße es ausdrücklich, wenn auch über Parteigrenzen hinweg gemeinsam an einer offenen, inklusiven Gesellschaft gearbeitet wird. Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Baden-Württemberg sind Gesundheit und die vollumfängliche gesellschaftliche Teilhabe kein "Nischenthema", sondern ein grundlegendes Menschenrecht. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass Betroffene nicht abseits stehen, sondern mitten in der Gesellschaft mitbestimmen. Genau darauf legen wir insbesondere mit unserer Arbeitsgemeinschaft "SelbstAktiv" in der SPD Baden-Württemberg einen starken Fokus.
Einige unserer grundlegenden Forderungen sind:
- Echte Inklusion am Arbeitsmarkt: Wir kritisieren scharf, dass das Land Baden-Württemberg die gesetzliche Beschäftigungsquote für Menschen mit Schwerbehinderung nicht erfüllt, und fordern eine Vorbildfunktion des Staates sowie spürbare Verbesserungen.
- Psychische Gesundheit stärken: Im Landtag kämpfen wir für deutlich kürzere Wartezeiten bei Therapieplätzen und eine verlässliche, wohnortnahe Finanzierung gemeindepsychiatrischer Strukturen.
- Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes: Wir drängen darauf, dass die Kommunen im Land finanziell so ausgestattet werden, dass inklusiver Wohnraum und selbstbestimmtes Leben flächendeckend Realität werden.
Die Gründung einer eigenen Partei ist in einer Demokratie ein starkes Zeichen für politisches Engagement. Ihre Überlegung wirft dabei die wichtige Frage auf: Die Arbeit an welchen konkreten Anliegen oder Hürden im Alltag vermissen Sie derzeit in der bestehenden Parteienlandschaft? Ich freue mich, wenn wir darüber in den Austausch kommen, gerne per Mail oder auch telefonisch.
Mit freundlichen Grüßen
Annkathrin Wulff MdL

