Anne Krischok
Annegret Krischok
SPD
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Frage von Paula K. •

Frage an Annegret Krischok von Paula K. bezüglich Umwelt

Sehr geehrte Frau Krischok,

wer den Hafen erweitern und die Elbe vertiefen will, muss sich mit der Frage des Schutzes des Menschen auseinander setzen.

Erst in dieser Woche gab es einen Bericht im NDR-Fernsehen in der Sendung "45Minuten" über die negativen gesundheitlichen Folgen der Schiffsabgase von Kreuzfahrtschiffen. Dieselben Abgase werden durch die Containerschifffahrt ausgestoßen.

Gleichzeitig tun sich die Containerterminal- und Kreuzfahrtterminalbetreiber und Reedereien schwer, alternative Energieversorgung für ihre Fahrzeuge vorzuhalten. Bei den Kreuzfahrtterminals gibt es demnächst in Altona einen Landstromanschluss, in der HafenCity wird eine LNG-Barge betrieben, die allerdings nur Schiffe der Reederei AIDA bedient und das neuen Terminal CC3 wird u.a. deshalb kostengünstiger, weil dort weder Landstrom noch LNG-Barge-Betrieb vorgesehen sind.

Wie können Sie als Umweltingenieurin und Umweltpolitikerin guten Gewissens die Elbvertiefung für noch größere und damit "giftigere" gewerbliche Schifffahrt gut heißen? Ist das "Schutzgut Mensch" allem Profitbestreben unterzuordnen?

Viele Grüße
P. K.

Anne Krischok
Antwort von
SPD

Sehr geehrte Frau K.,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Sie haben Recht: Die Belastung der Schiffsabgase von Kreuzfahrtschiffen ist ein gesundheitliches Problem.
Nach schier endlosen Diskussionen zu schwarz-grünen Regierungszeiten machen wir jedoch beim Thema Landstrom ernst. Für den Hamburger Hafen und für Altona bedeutet das konkret bessere Luft, weniger Ruß und weniger Lärm. Ich habe mich als Umweltpolitikerin und Vorsitzende des Umweltausschusses dafür eingesetzt, dass Hamburg in Hamburg endlich den lang versprochenen Landstromanschluss am Altonaer Kreuzfahrtterminal sowie die LNG-Barge am Terminal in der HafenCity erhält. Die Landstromanlage am Altonaer Kreuzfahrtterminal geht dieses Jahr an den Start. Beide Anlagen reduzieren Schiffsabgase und verbessern Hamburger Luft. Hamburg ist damit auf gutem Weg zu einem grünen Hafen.

Hamburg nimmt viel Geld in die Hand: Über sieben Millionen Euro plus weitere Verpflichtungsermächtigungen von über acht Millionen Euro sind eine große Investition. Wir leisten damit einen ganz wichtigen und konkreten Beitrag zum Umwelt- und Lärmschutz und werden bei der Welthafenkonferenz im kommenden Jahr zeigen, dass Hamburgs Hafen mit der Landstromanlage in Altona und Power Bargen in der Hafen City Beispiel für Häfen in aller Welt sein kann.
Dies ist ein Anfang, der den Anwohnerinnen und Anwohnern bessere Luft bringen wird. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mittelfristig die ökologische Stromversorgung durch entsprechende Landstromangebote auch an die Containerterminals zu bringen.

Das Verfahren zur Elbvertiefung läuft bereits. Zurzeit setzen sich die Gerichte damit auseinander. Die Fahrrinnenanpassung der Elbe ist auch nach Auffassung der Gerichte notwendig, damit der Hafen auch in Zukunft für die Containerschiffe der neuen Generation befahrbar ist. Ich nehme aber auch zur Kenntnis, dass das Schiff das umweltfreundlichste Transportmittel ist. Ohne Elbvertiefung würden Schätzungen zufolge 500.000 Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich die Luft belasten. Dazu kommt die stärkere Lärmbelastung durch die zusätzlichen Lkw- und Gütertransporte.

Nicht vergessen werden darf, dass der Hafen das Herzstück der Hamburger Wirtschaft und immense Bedeutung für den Arbeitsmarkt der norddeutschen Metropolregion hat. Das darf natürlich nicht zulasten der Ökologie gehen. Bei den Planfeststellungunterlagen werden auch die Auswirkungen auf die Umwelt mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung ermittelt. Als Umweltpolitikerin ist es mir dabei besonders wichtig, dass naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt und noch ausstehende Maßnahmen nachgeholt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Anne Krischok