Können Sie bitte eine Gesetzesinitiative auf Einführung des integrierten Bachelor of Laws (LL.B.) im Landtag einreichen?
Sehr geehrter Frau Rasehorn,
Wir haben hier eine Petition für die Einführung des LL.B.'s. mit 68 Unterschriften: openpetition.de/!llb
Studien zeigen, dass 25 % der Jurastudenten ihr Studium nach dem 10. Semester ohne Abschluss abbrechen. Sie stehen dann nur mit Abitur da. Ihnen wollen wir durch den LL.B. abhelfen.
Der integrierte LL.B. soll auch den Fachkräftemangel in dem Rechtspflegerberuf lösen. Der LL.B. soll nämlich den Einstieg in diesen Beruf ermöglichen.
Der volkswirtschaftliche Schaden durch die verschwendeten öffentlichen Gelder und durch die Arbeitslosigkeit soll dadurch abgewendet werden.
In den anderen Bundesländern wird er zunehmend eingeführt.
Er soll den Studierenden den Druck in der Examensvorbereitung abnehmen.
Er soll auch ein Auffangnetz für Studenten sein, die das Examen endgültig nicht bestehen.
Weitere Argumente sind auf der Petitionswebsite aufgelistet. Sie dürfen den Text und die Begründung der Petition eins zu eins übernehmen.
Danke!
Sehr geehrter Herr O.,
vielen Dank für Ihre Nachricht zur Einführung eines integrierten Bachelor of Laws (LL.B.) in Bayern.
Die Einführung eines solchen integrierten Bachelor of Laws ist aus Sicht der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag und mir persönlich absolut notwendig. Gerade für Studierende, die nach mehreren Jahren intensiven Jurastudiums das Erste Staatsexamen nicht bestehen, stellt sich die Frage, wie ihre bis dahin erbrachten Studienleistungen anerkannt und ihnen weitere berufliche oder akademische Perspektiven eröffnet werden können.
Als SPD-Landtagsfraktion haben wir uns mit einem entsprechenden Antrag bereits für die Einführung eines integrierten LL.B. eingesetzt. Darin haben wir gefordert, dass die Staatsregierung gemeinsam mit den bayerischen Universitäten ein Konzept für einen solchen Abschluss entwickelt. Der LL.B. sollte dabei ausdrücklich nicht das Staatsexamen ersetzen, sondern als zusätzlicher, anerkannter akademischer Abschluss in das Jurastudium integriert werden.
Wir halten diesen Ansatz weiterhin für sinnvoll. Ein integrierter Bachelor könnte die bereits erbrachten Studienleistungen anerkennen und Studierenden zusätzliche berufliche und akademische Perspektiven eröffnen. So könnten beispielsweise Tätigkeiten in Rechtsabteilungen von Unternehmen, Kanzleien oder Behörden sowie weitere Studiengänge und Masterabschlüsse ermöglicht werden.
Auch mit Blick auf den Fachkräftebedarf kann ein solcher Abschluss eine Perspektive bieten. Der Antrag verweist darauf, dass ein LL.B. dazu beitragen könnte, juristisch geschulte Fachkräfte für Wirtschaft und öffentlichen Dienst zu gewinnen. Zugleich haben andere Bundesländer einen integrierten Bachelor bereits eingeführt oder befinden sich in der Vorbereitung der Einführung.
Unser entsprechender Antrag wurde im Bayerischen Landtag allerdings abgelehnt. Aktuell liegt vonseiten der Regierungsfraktionen ein Vorschlag auf dem Tisch, den LL.B. in Bayern einzuführen. Die kategorische Ablehnung ist somit zumindest einmal Geschichte, wobei ein anderes Modell vorgeschlagen wird, bei dem Zusatzleistungen erbracht werden müssen. Damit geht Bayern einen Sonderweg und bleibt hinter dem Notwendigen zurück. Wir bedauern diese Entscheidung und werden bei diesem Thema weiterhin parlamentarisch Druck machen, um eine bestmögliche Lösung für Bayerns Jurastudierende zu erreichen.
Vielen Dank für Ihr Engagement. Wir nehmen Ihre Forderung gerne als weiteren Impuls für unsere parlamentarische Arbeit mit.
Mit freundlichen Grüßen
Anna Rasehorn, MdL
