Alexander Krauß
CDU
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Frage von Oreaq Qe. zrq. Zrlre an Alexander Krauß bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 12. März. 2019 - 18:52

Sehr geehrter Herr Krauß,

die zügige und differenzierte Beratung des Gesetzentwurfs zur Organspende im Ges.ausschuss freut mich sehr! Es wäre mir ein Anliegen, dass auch das Thema der zentralen Registrierung der Entscheidung der Bürger einbezogen würde.
Dieses Thema ist in jedem Fall wichtig, ganz unabhängig davon, ob es eine Entscheidungs- oder eine Widerspruchslösung geben wird! In der Antwort auf meine Frage hierzu präzisierte Frau Baerbock ihren Vorschlag: Bei der Befragung der Bürger durch die Bürgerämter sollen die Bürger Informationsmaterial und einen Code bekommen, mit dem sie am eigenen PC ihren Willen registrieren könne. Außerdem soll für die Hausärzte eine Beratungsziffer Organspende eingeführt werden.

Die beiden Hauptprobleme des Baerbock-Vorschlages werden so nicht gelöst: Es dauert 10 Jahre, bis alle Bürger befragt wurden oder einen Code bekommen haben, und die in Deutschland versicherten ca. 4,5 Mill. Ausländer werden nicht erfasst.
Wäre es nicht besser, die Einrichtung des Registers der Bundesärztekammer zu überlassen und die Eintragung der Patienten in das Register den Hausärzten plus evtl. Facharztinternisten, wobei die Registrierung dann Teil der neuen Beratungsleistung der Ärzte zur Organspende wäre? Ärztekontakte sind häufiger und niedrigschwelliger als Besuche in Bürgerämtern. Außerdem kommen nicht alle Bürger mit dem Internet zurecht.
Wichtig wäre es meiner Meinung nach auch, dass im Falle einer – von mit lebhaft gewünschten -Widerspruchsregelung die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger genauso registriert und respektiert wird wie ein „Nein“, also von Angehörigen nicht verändert werden kann.
Wie ist Ihre Haltung zur zentralen Registrierung und ihren Problemen? Würden Sie eine Behandlung des Themas im Ges.Ausschuss noch vor der Entscheidung über die Widerspruchslösung unterstützen?

Mit freundlichen Grüßen
Oreaq Zrlre

Von: Oreaq Qe. zrq. Zrlre

Antwort von Alexander Krauß (CDU)

Sehr geehrter Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre Frage zu diesem wichtigen Thema.

Im Folgenden beziehe ich Stellung zu dem von Ihnen vorgeschlagenen Vorgehen.
Zunächst ist mir nicht ganz ersichtlich, weshalb eine Befragung der Bürger zehn Jahre in Anspruch nehmen sollte. Auch wären die in Deutschland lebenden Ausländer von Befragungen des Bürgeramtes erfasst, haben doch auch diese die Pflicht, ihren Wohnsitz beim Bürgeramt zu melden. Mithin könnte vom Bürgeramt zentral an alle gemeldeten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Informationsmaterial verschickt werden. Daraufhin könnten sich die Einwohner postalisch oder online registrieren lassen. Ihr Vorschlag, diese Registrierung über die Ärzte vorzunehmen, ist sicherlich eine Option. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Menschen, die nur sehr selten oder gar nicht zum Arzt gehen, nicht informiert und erfasst werden könnten.

Was meine persönliche Meinung angeht, tendiere ich langfristig zu einer doppelten Widerspruchslösung. Diese sieht vor, dass sowohl der Verstorbene zu Lebzeiten als auch dessen Angehörige der Organentnahme widersprechen können.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Krauß

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