Welche Meinung haben Sie mit heutigem Wissensstand und den eingetretenen Entwicklungen zu der Vorhersage des FOCUS "Die USA gewinnen den Ukraine-Krieg" Quelle siehe unten
https://www.focus.de/finanzen/news/gastbeitrag-von-gabor-steingart-bewaffnung-auf-kredit-warum-die-usa-den-ukraine-krieg-gewinnen-werden_id_183364187.html
FOCUS:
Die USA gewinnen den Ukraine-Krieg
Profiteur No. 1: Die US-Rüstungsindustrie
Seit Beginn des Krieges haben die USA der Ukraine über 50 Milliarden Dollar an militärischer, finanzieller und humanitärer Unterstützung zukommen lassen.
Profiteur No. 2: Die US-Energiekonzerne
Durch die Wirtschaftssanktionen – Handelsbeschränkungen, das Einfrieren ... das Ausfuhrverbot von Öl – hat man Russland isoliert. Damit wird der bisherige deutsch-russische Handel für sehr lange Zeit unwiderruflich disruptiert
Profiteur No. 3: Die US-Regierung
Die amerikanische Administration hat ein Interesse, den Systemrivalen Russland dauerhaft zu schwächen........ Sie kann das gefahrlos für das eigene Land und das Leben der eigenen Soldaten tun. Auch deshalb hat Washington kein Interesse an einem schnellen Friedensschluss in der Ukraine, ...
Sehr geehrter Herr H.
vielen Dank für Ihre Nachricht. Die in dem von Ihnen zitierten Beitrag formulierte Behauptung, die USA hätten kein Interesse an einem Kriegsende, weil sie davon profitieren, halte ich schlichtweg für falsch.
Zum einen lenkt sie von dem eigentlichen Aggressor ab. Seit über vier Jahren greift Wladimir Putin nicht nur die Menschen in der Ukraine, sondern auch unsere Sicherheit mit brutaler Gewalt an. Es ist Wladimir Putin, der immer wieder gezeigt hat, dass er nicht bereit ist, den Krieg zu beenden.
Die Ukraine hat wieder und wieder gezeigt, dass sie ein Ende der Gewalt will, sich aktiv in Verhandlungen einbringt und Verantwortung übernimmt. Sie hat als angegriffener Staat harte und sehr konkrete Kompromisse bis über die Schmerzensgrenze angeboten, zuletzt in den Verhandlungsrunden, die im Auftrag von Donald Trump stattfanden und immer wieder eine für die Ukraine eher nachteilige Aufstellung hatten. Allein diese Gespräche, der nachgiebige Kurs von Donald Trump gegenüber Wladimir Putin und die immer weiter reduzierte Unterstützung der Ukraine durch die USA stehen im Widerspruch zu Ihrer Grundaussage. Zugleich war in den letzten Jahren und angesichts verschiedenster diplomatischer Vermittlungsbemühungen mehr als sichtbar: Putin hat immer wieder den wichtigsten und ersten Schritt verweigert, um eine echte Grundlage für Gespräche zu schaffen: einen glaubwürdigen Waffenstillstand. Immer wieder werden dann noch weitere territoriale Zugeständnisse gefordert, deutlich über die Gebiete hinaus, die Putin militärisch besetzt hat.
Stattdessen hat Donald Trump jetzt ohne Absprache mit seinen Partnern Sanktionen gegen russisches Öl, das weiter Geld in Putins Kriegskasse spült, zunächst temporär gelockert.
Wenn Putin immer wieder die diplomatischen Bemühungen nur mit Gewalt und Hass beantwortet, dann ist es sehr offensichtlich: Es ist Putin, der diesen Krieg will. Er macht immer wieder klar, dass er von sich aus nicht aufhören wird, bis er die Ukraine ausgelöscht und unsere europäische Friedensordnung endgültig zertrümmert hat.
Das zeigt: Er wird nicht aufhören, wenn wir es ihm nicht gemeinsam verwehren. Diplomatisch, militärisch, ökonomisch. Es bräuchte einen gemeinsamen Plan der Ukraine und der europäischen Staaten, wenn Putin als Antwort auf jegliche Friedensbemühungen wieder nur ein brutales Nein mit Bomben schickt und weiter mordet.
Deshalb brauchen wir mehr Druck auf Putin, von Schattenflotte bis Sanktionen, und eine stärkere Unterstützung der Ukraine.
Denn wenn Putin sieht, dass er mit seinem brutalen Krieg Erfolg hat, hat dies nicht nur grausame Folgen für die Menschen in der Ukraine, sondern gefährdet auch unsere Sicherheit in Europa, wie die zahlreichen Angriffe auf unsere Infrastruktur, unsere Demokratie und die Drohungen mehr als deutlich zeigen. Dazu empfehle ich auch die Anhörung des Parlamementarischen Kontrollgremiums des Bundestages:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw42-pa-pkgr-1102394
Mehr über unsere Positionen als grüne Bundestagsfraktion können Sie auch in unserem Antrag anlässlich des vierten Jahrestags der russischen Vollinvasion in der Ukraine und in unserem Antrag zu einer Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen nachlesen:
https://dserver.bundestag.de/btd/21/042/2104270.pdf
https://dserver.bundestag.de/btd/21/036/2103618.pdf
Mit freundlichen Grüßen
Agnieszka Brugger

