(...) Wem ernsthaft daran gelegen ist, Amokläufe zukünftig noch unwahrscheinlicher werden zu lassen, sollte darüber nachdenken, ob die derzeit zu beobachtende Mediendynamik nicht ganz wesentlich dazu beiträgt, den Amokläufer als ein brisantes Handlungsmodell zu konstruieren, dass für viele junge Männer mit Identitäts- und Anerkennungsproblemen gerade deswegen attraktiv erscheint, weil es die ultimative Aufmerksamkeit verspricht. Nicht von ungefähr besitzen Eric Harris und Dylan Klebold, die Täter des Littleton-Massakers 1999, im manchen Kreisen einen quasi-mythischen Status. (...)
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(...) Ich bin der Meinung, dass das von der Regierungskoalition geplante Verbot von Spielen wie Paintball, Gotcha oder Laserdrom an der Verschärfung des Waffenrechts vorbeigeht. (...)
(...) Es gibt auch beachtliche Argumente für ein Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen, insbesondere soweit diese gegen die Menschenwürde verstoßende Spielregeln enthalten. Kriminologen gehen davon aus, dass bei einer Beschäftigung von Heranwachsenden mit so genannten Laserdrome- oder Paintball-/Gotcha-Spielen, bei denen das Verletzen oder Töten von Menschen realitätsnah trainiert wird, die Hemmschwelle zur gewaltsamen Konfliktlösung herabgesenkt wird. (...)
(...) Ein solches Verbot wäre wieder einmal ein Paradebeispiel für wirkungslose Symbolpolitik, wie sie bei CDU/CSU und SPD leider an der Tagesordnung ist. Statt die eigentlichen Ursachen von Gewaltkriminalität anzugehen, werden Nebenschauplätze eröffnet, die vom Versagen der Koalition bei der Bekämpfung der eigentlichen Probleme ablenken sollen. (...)
(...) Ich persönlich setze mich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Belange meiner Heimatstadt Karlsruhe ein und bin seit 1999 Mitglied im Karlsruher Gemeinderat. Ich bin daher über die gesamte Zeit meiner Zugehörigkeit zum Deutschen Bundestag (seit 2002) zugleich ehrenamtlicher Stadtrat und kann bestätigen, dass dies zwar einen besonderen Arbeitseinsatz erfordert, sich aber auch in der Praxis sehr gut mit einander vereinbaren lässt. (...)