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Wolfgang Stefinger
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Frage von Harald M. •

Wie stehen Sie zum Vorschlag von Wirtschaftsministerin Reiche, uns weiter in die Abhängigkeit von Gasimporten zu treiben, die Energiekosten für die Verbraucher zu erhöhen und die CO2-Bilanz zu verschlechtern

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Hat man nicht aus der Abhängigkeit von Russland gelernt? Jetzt also mehr statt weniger Abhängigkeit von den USA? In welcher Welt lebt Frau Reiche? Die USA haben mehr als deutlich gemacht, dass sie sich nicht mehr als Freund Europas sehen und jedes Mittel einsetzen, um ihre Ziele durchzusetzen.

https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101120730/netzpaket-reiche-plant-die-vollbremsung-fuer-wind-und-solaranlagen.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-usa-drehen-kuba-das-oel-ab-noch-drei-wochen-bis-zum-kollaps-accg-110834663.html?premium=0x51a364bc338141966a6970cb2dbb095131874e57265a07aecc0ada64fa709497

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr M.,


zunächst danke ich Ihnen für Ihre kritische und wichtige Frage. Die Energieversorgung und die damit verbundenen Kosten sind eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Dabei gilt es, eine Balance zu finden zwischen Versorgungssicherheit, bezahlbaren Preisen für die Verbraucher und einer konsequenten Klimapolitik.


Der Vorschlag von Wirtschaftsministerin Reiche, die Gasimporte auszubauen, ist vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage zu sehen. Natürlich haben wir alle aus der Abhängigkeit von Russland gelernt – das war ein Weckruf für Europa. Deshalb setzen wir jetzt verstärkt auf Diversifizierung der Energiequellen, um nicht mehr nur von einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein. Vor diesem Hintergrund ist die Ministerin auch vermehrt in den arabischen Ländern.


Dabei ist klar: Mehr Gasimporte bedeuten nicht automatisch eine Verschlechterung der CO2-Bilanz. Gas ist im Vergleich zu Kohle oder Öl ein deutlich klimafreundlicherer Energieträger und kann als Brückentechnologie dienen, bis erneuerbare Energien in ausreichendem Maße verfügbar sind. Der kurzfristige Ausbau von Gasimporten ist also eine pragmatische Antwort auf die derzeitige Versorgungslage. Unsere Kraftwerksstrategie unterstreicht dies. Kurzfristig werden wir Gaskraftwerke bauen, welche langfristig mit Wasserstoff betrieben werden können und somit den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2038 überhaupt erst ermöglichen.


Zu den Beziehungen mit den USA: Europa und die USA sind Partner mit gemeinsamen Interessen, auch wenn es in einzelnen Fragen Differenzen geben mag. Die Zusammenarbeit in der Energiepolitik ist dabei ein wichtiger Baustein, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Es ist nicht zielführend, pauschal von einer feindlichen Haltung zu sprechen, sondern es geht um strategische Partnerschaften, die auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Zielen basieren. Der größte Gasimporteur für Deutschland ist Norwegen, das etwa 44 Prozent der Gasimporte liefert. Weitere wichtige Lieferanten sind die Niederlande mit rund 24 Prozent und Belgien mit etwa 21 Prozent Anteil am Gasimport nach Deutschland. Die USA spielen zwar eine Rolle als LNG-Lieferant, sind aber nicht der größte Gaslieferant für Deutschland. „Deutschland verfügt in geringem Umfang über eigene Förderfelder von Erdgas. Daneben wird auch aus anderen Prozessen Gas in das Netz eingespeist, vor allem aus der Biosgasproduktion.“, so beschreibt die Bundesnetzagentur unsere heimische Produktion. Diese könnten wir nicht nur bei der Biogasproduktion weiter ausbauen. Ich freue mich über jede Unterstützung auch Ihre. Unabhängigkeit kostet in dem Falle Geld, Abhängigkeit kostet uns im schlimmsten Falle die Freiheit. 


Ich versichere Ihnen, dass wir weiterhin intensiv daran arbeiten, die Energieabhängigkeit zu reduzieren – durch den Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und innovative Technologien. Das langfristige Ziel bleibt klar: eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Energieversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolfgang Stefinger, MdB

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