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Wolfgang Lillge
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Frage an Wolfgang Lillge von Trbet Znlre bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

12. September 2013 - 19:22

Sehr geehrter Herr Dr. Lillge,

gibt es Ihrer Meinung nach auch Verlierer aufgrund der hohen Zuwanderung ( 2012 über eine Million)?
Wenn nicht, dann könnte man ja die Einreise-und Aufenthaltsbestimmungen ganz abschaffen, oder? Ganz so tun manche Politiker ja. Dabei gibt es m.W. auch viele Menschen ohne Aufenthaltstitel in Deutschland, die im Verborgenen leben.
Wieviel Zuwanderung verträgt Deutschland im Jahr und was spräche dagegen das kanadische Zuwanderungsmodell in Deutschland einzuführen?
Warum fragt man nicht das Volk, wieviel und welche Zuwanderung es möchte?

Ich stelle fest, dass eine hohe Zuwanderung vor allem den Arbeitgebern nützt, aber den einfach qualifizierten Menschen, den Kranken und den Wohnungssuchenden kann das durchaus schaden. Teilen Sie diese Meinung?

Mit freundlichen Grüßen,

Georg Mayer

Frage von Trbet Znlre
Antwort von Wolfgang Lillge
18. September 2013 - 16:20
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 20 Stunden

Sehr geehrter Herr Mayer,

Die Frage der Zuwanderung nach Deutschland sollte man keineswegs primär unter ökonomischen oder demographischen Gesichtspunkten betrachten. Sonst läge es ja viel näher, den Rückgang der Bevölkerung durch eine Erhöhung der Geburtenrate bei uns selbst auszugleichen. Das ginge jedoch nur, wenn die Menschen wieder eine verläßliche Zukunftsperspektive bekommen und nicht damit konfrontiert wären, im Krisenfall mit dem eigenen Geld zur Bankenrettung zwangsverpflichtet zu werden.

Anscheinend ist aber Deutschland als Einwanderungsland gar nicht so attraktiv, wie man aufgrund unserer offiziellen wirtschaftlichen Lage meinen sollte. Liegt das vielleicht daran, daß es bei uns in Wirklichkeit gar nicht so toll aussieht? Und es auch eine versteckte und manchmal gar nicht so versteckte Fremdenfeindlichkeit gibt? Wenn man dann "das Volk" darüber abstimmen ließe, wieviel Zuwanderer wir wollen, käme vielleicht ein sehr beschämendes Ergebnis heraus.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Lillge