Frage an Wolfgang Gunkel von Ebynaq Rueyvpu bezüglich Inneres und Justiz

23. März 2009 - 13:54

Sehr geehrter Herr Gunkel,

vielen Dank für Ihre klaren Worte zu einer nötigen Änderung des Waffenrechtes. Auch daß Sie sich ausdrücklich auf ALLE potentiell menschenschädigenden Waffen beziehen und nicht nur (unsinnigerweise) auf großkalibrige, wie verschiedene andere Stimmen in der Öffentlichkeit. Die Amokläufe in Finnland 2007 und 2008 sind beide mit kleinkalibrigen "Sportwaffen" erfolgt. Es macht keinen relevanten Unterschied, ob man Kaliber 22 oder 9 mm in den Kopf geschossen bekommt.

Allerdings hat man den Eindruck, daß auch bei neuen Anläufen zur Verschärfung wieder die Waffen- und "Schützensport"lobby gewinnen könnte. Daher meine Frage: wäre aus Ihrer Sicht ein Kompromiß denkbar in der Form, daß in Deutschland Schußwaffen nur noch mit
a) biometrischem Sensor (Freischaltung nur für den eingetragenen Schützen) UND
b) GPS-System (Freischaltung nur auf dem Gebiet des Schützenvereins)
verkauft und besessen werden dürften? Technisch gesehen wäre das möglich. Die Industrie müßte sicherstellen, daß keinerlei Manipulationen außerhalb des Werkes möglich wären, z.B. indem eine unsachgemäße Öffnung der Auslösesperre den Auslösemechanismus blockiert. Der Schützenverein müßte im Bereich der Schießbahn Satellitenempfang haben (Dach müßte aus Leichtbaumaterialien sein).
Es dürfte im Sinne der Industrie sein, durch dementsprechende Entwicklungen marktfähig zu bleiben. Für die steigenden Kosten muß nach dem Verursacherprinzip der Schütze aufkommen.

Bitte helfen Sie mit, daß in unserer Gesellschaft Amokläufe nicht als Kollateralschaden der Sportindustrie akzeptiert werden.

Viel Erfolg!

Roland Ehrlich

Frage von Ebynaq Rueyvpu
Antwort von Wolfgang Gunkel
25. März 2009 - 09:59
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 20 Stunden

Sehr geehrter Herr Ehrlich,

Ziel meiner Initiative ist eigentlich nicht die Kriminalisierung des Schiessports, sondern die effektive Verhinderung der Aufbewahrung von Schusswaffen in Privatwohnungen und -häusern.

Der unbefugte wie auch sportunabhängige Zugriff muss unmöglich gemacht werden. Und das ist dadurch möglich, dass die Waffen nicht zuhause bei den Vereinsmitgliedern, sondern in den Schießstätten bzw. Schützenhäusern gelagert werden.

Ob in Zukunft auch eine Personalisierung von Schusswaffen sinnvoll wäre und dies gesetzgeberisch begleitet werden könnte ist eine davon losgelöste Frage. Die Kosten dafür scheinen mir sehr hoch zu liegen und müssten hier wie da von den Schützen zu tragen sein.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Gunkel