Welche Lösungen bieten Sie großen Familien auf der Suche nach einem Eigenheim?
Sehr geehrte Frau Hubertz,
ich bin Vater von 5 Kindern der demnächst Berufsbedingt (Bundesbeamter) wegen Versetzung umziehen muss. Die Wohnungsfüsorge kann nicht mit BIMA Wohnung in ausreichender Größe helfen. Ich sollte bereits letztes Jahr aus dem Ausland rückversetzt werden, was aufgrund fehlenden Wohnraums (Miete oder bezahlbar zu Kauf oder Bau) nicht gelang.
Ich würde gern ein Haus bauen, aber die Förderung KfW 300 ist in Anbetracht der Kosten durch den geforderten Baustandard einfach nicht lohnend.
Wird hier vielleicht in Kürze nachgesteuert, so dass auch große Familien wieder Zugang zum Immobilienmarkt bekommen. Es ist auf dem Mietmarkt vielerorts leider gar nichts in ausreichender Größe zu finden, obwohl ich für die Rückkehr örtlich relativ flexibel bin. Welche Konzepte werden Sie als zuständige Ministerin anstoßen?
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Entschuldigen Sie bitte vielmals die verzögerte Rückmeldung. Das Aufkommen an Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern ist sehr hoch. Daher hat die Beantwortung Ihrer Anfrage leider etwas Zeit in Anspruch genommen. Ich bitte hier um Ihr Verständnis.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat im Jahr 2023 zwei Förderprogramme im Bereich der Wohnungseigentumsförderung im Neubau auf den Weg gebracht. Zum einen das Programm “Klimafreundlicher Neubau”, zum anderen das Programm “Wohneigentum für Familien”.
Vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten im Bausektor liegt beiden Programmen dabei ein energetisch anspruchsvolles Niveau zugrunde. Dementsprechend werden zinsverbilligte Darlehen ausschließlich für den Kauf bzw. die Errichtung eines Effizienzhauses 40 ausgezahlt, welches die Anforderung an Treibhausgasemissionen im Gebäudelebenszyklus für den Neubau von Wohngebäuden des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude PLUS“ (QNG-PLUS) erfüllt. Zusätzlich werden Vorhaben, die den Anforderungen des “Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude” entsprechen, stärker gefördert.
Im Rahmen des Programms „Wohneigentum für Familien“ werden gezielt Familien mit minderjährigen Kindern und mit einem Haushaltseinkommen, das sich unterhalb einer gewissen Grenze befindet (sog. Schwellenhaushalte) zu besonders günstigen Konditionen gefördert.
Das Bundesministerium fördert mit dem Programm „Jung kauft Alt” zusätzlich zum Neubau auch die Wohneigentumsbildung für Familien bei Bestandsgebäude. Konkret werden mit diesem Programm Anreize gesetzt, Bestandsbauten energetisch zu ertüchtigen und im Zuge dessen Treibhausgasemissionen zu senken. Gefördert werden Schwellenhaushalte mit minderjährigen Kindern für den Erwerb von sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden der drei schlechtesten Gebäudeenergieklassen. Voraussetzung ist, dass das erworbene Wohneigentum selbst zu Wohnzwecken genutzt wird und eine Sanierung auf ein energetisches Mindestniveau eines Energieeffizienzhauses 70 EE oder Denkmal EE innerhalb von 4,5 Jahren erfolgt. Die Sanierungsfrist entspricht der Regelung der Bundesförderung für effiziente Gebäude.
Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen weiter und bieten einen Startpunkt für Ihre Vorhaben im Bereich Wohneigentumsbildung.
Mit freundlichen Grüßen
Verena Hubertz

