Ulle Schauws
DIE GRÜNEN

Frage an Ulle Schauws von Puneybggr Uvaevpuf bezüglich Familie

23. Januar 2020 - 09:36

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Schauws,

viele Eltern und Kinder sind in Deutschland von Jugendämtern betroffen, auf Grund einer gewöhnlichen Trennung oder Scheidung.

Wie schützt der Gesetzgeber die Kinder und Eltern vor den Jugendämtern, damit es eben keine Einmischungen Fremder in Familien gibt?

Mit freundlichen Grüßen

Frage von Puneybggr Uvaevpuf
Antwort von Ulle Schauws
20. Februar 2020 - 12:57
Zeit bis zur Antwort: 4 Wochen

Sehr geehrte Charlotte Hinrichs,

eine Trennung oder Scheidung ist weder für die Eltern, noch für die Kinder einfach. Um sich einvernehmlich und ohne Hilfe des Familiengerichts auf ein dem Kindeswohl entsprechendes Modell zu einigen, braucht es eine gute Kommunikation zwischen den Eltern. Da dies gerade im Trennungsfall oft schwierig ist, muss für Eltern ein qualifiziertes Beratungsangebot zur Verfügung stehen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Beratungstermine beim Jugendamt, einer Erziehungsberatungsstelle oder einem qualifizierten freien Träger ohne lange Wartezeiten in Anspruch genommen werden können, damit sich die Fronten der Eltern bei einer Trennung nicht weiter verhärten.

Das Jugendamt wird allerdings nicht nur auf Wunsch der Eltern aktiv. Jugendämter unterstützen das Familiengericht grundsätzlich bei allen Maßnahmen, die die Sorge für die Person von Kindern und Jugendlichen betreffen (nach § 50 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII) und wirken in Verfahren mit, die Familiensachen anbelangen (nach § 50 Abs. 1 Satz 2 SGB VIII). Die Frage, wie sich die Eltern nach einer Trennung die Verantwortung für die Kinder im Alltag aufteilen, ist komplex und muss individuell beantwortet werden. Maßgeblich für die Antwort muss das Kindeswohl sein. Deshalb braucht es Einzelfallentscheidungen und keine starren Lösungen – so wie es das Recht bereits heute vorsieht. Jugendamtsmitarbeiter*innen unterstützen die Gerichte bei ihrer Arbeit und tragen dadurch eine hohe Verantwortung. Aus unserer Sicht ist es deshalb unerlässlich, dass die Gutachter*innen eine (sozial-) pädagogische Berufsqualifikation oder entsprechende Zusatzqualifikation nachweisen können.

Mit besten Grüße
Ulle Schauws