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Frage an Thorsten Frei von Ralf D. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Frei!

Sind Sie für eine verpflichtende Impfung (bzw. für Einschränkungen im Alltag oder gesellschaftlichem Leben
für die, die sich nicht impfen lassen) sobald ein im Schnellverfahren zugelassener Impfstoff, d. h. kürzerer Zeitraum wie normal ohne Berücksichtigung langfristiger Folgen oder Schäden, zur Verfügung steht? Und sollten Ihrer Meinung nach auch Kinder und Kleinkinder verpflichtend geimpft werden?
Bitte sagen Sie nicht, das steht nicht zur Debatte. Im April legte das Coronakabinett bereits einen entsprechenden Entwurf vor, der meiner Meinung nach zum Glück nicht beschlossen wurde. (Coronakabinett, § 28 wird wie folgt geändert §28 Absatz 1, Satz 3 Entwurf). (Hier wurde jetzt nicht von Kindern gesprochen, trotzdem interessiert mich Ihrer Meinung hierzu, Kinder sind ja auch Personen).

Vielen Dank für Ihre eindeutige und ehrliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen aus Ihrer alten Heimat

Ralf Depperich

Frage von Ralf D. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 4 Stunden 11 Minuten

Sehr geehrter Herr Depperich,

ich kann mir nicht vorstellen, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, irgendwelche üblichen Testphasen für Impfstoffe oder Medikamente in Deutschland ausfallen zu lassen. Mir scheint, dass dies in den USA derzeit vor allem aus wahltaktischen Gründen überlegt wird. Die Verantwortung für eine solche Entscheidung mit womöglich nicht absehbaren Folgen würde ich nicht tragen wollen. Unabhängig davon leben wir in einer freiheitlich organisierten Gesellschaft, in der jeder Mensch selbst entscheiden können sollte, ob er sich impfen lassen möchte, weil er dies als sinnvoll erachtet. Für eine deutliche Absenkung der Gesellschaftsgefährdung würde wahrscheinlich schon eine Impfquote von 30-50% spürbar helfen. In keinem Fall braucht es eine „Durchimpfung“ der gesamten Bevölkerung. Und aus meinen Erfahrungen aus Gesprächen oder von den Zuschriften, die mich erreicht haben, habe ich den Eindruck, dass ein erheblicher Teil der Bürger in Deutschland aus Selbstschutzgründen auf so ein Angebot zurückgreifen würde. Das gilt insbesondere für Angehörige von Risikogruppen. Das würde dazu führen, dass die großen Gefahren der Pandemie spürbar gedämpft werden, so dass die oft angeführten Vergleiche mit der Grippe dann tatsächlich nicht mehr hinken. Insofern erachte ich eine Zwangsimpfung als unnötig und wenig sinnvoll. Womöglich wird es aber bestimmte Bereichsausnahmen geben, wie wir sie beispielsweise zu Recht von der Masernimpfung und dem Besuch von Kinderbetreuungseinrichtungen kennen. Solche Ausnahmen sind heute in Deutschland die absolute Ausnahme und sollten es nach meinem Dafürhalten auch bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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