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Thomas Strobl
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Frage von Dieter D. •

Frage an Thomas Strobl von Dieter D. bezüglich Verbraucherschutz

Sehr geehrter Herr Strobl,

der größte Teil der Produkte der so genannten Nahrungsmittelindustrie ist verdreckt und vergiftet (Aromen, Geschmacksverstärker usw.usw.) Man braucht sich über die vielen Kranken (Krebs, Allergie usw.) wirklich nicht zu wundern. Es nützt mir auch nichts, wenn ich ein billiges Lebensmittel (tatsächlich dann ein Krankheitsmittel) kaufen kann, das über den Beitrag zur Krankenversicherung am Ende dann doch teuer ist. Oder noch schlimmer: Ich meide solche Produkte und zahle dann für die Krankheiten derer, die sie essen. Ich frage Sie als Anwalt des Rechts: Nennt man es vorsätzliche Körperverletzung, wenn jemand solche Produkte herstellt und auf den Markt bringt, obwohl er weiß oder normalerweise wissen muß, daß sie schädlich sind? und als Politiker: werden Sie sich dafür einsetzen, daß wir endlich passende Gesetze bekommen? Ich meine damit nicht Skandale wie kürzlich Dioxin im Futter, sondern die unglaubliche Tatsache, daß die Industrie sich normalerweise an die gesetzlichen Vorschriften hält (!).

Mit freundlichem Gruß

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Dustert,

für Ihre Anfrage zum Thema „Verbraucherschutz“ danke ich sehr. Es tut mir leid, dass Sie - für meine Verhältnisse - übermäßig lange auf eine Antwort warten mussten. Dies ist der zuletzt großen Zahl terminlicher Verpflichtungen geschuldet, der ich mich gegenübersah. Hierfür bitte ich um Verständnis.

Nun zu Ihrer Frage: Eines unserer kostbarsten Güter ist die Gesundheit. Sie zu erhalten, ist das vorrangige Ziel des Verbraucherschutzes und der staatlichen Gesundheitspolitik. Deswegen betrachten wir auch die jüngsten Skandale in der Lebensmittelindustrie mit größter Besorgnis. Aus meiner Sicht ist die von Ihnen angesprochene Verwendung von Giftstoffen bei Lagerung, Konservierung oder Zubereitung von Verzehrgut völlig inakzeptabel, und derartige Vorkommnisse sind mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu untersuchen, aufzuklären und konsequent strafrechtlich zu ahnden.

Allerdings scheint mir Ihre Sorge, „der größte Teil der Produkte der Nahrungsmittelindustrie“ sei verdreckt bzw. vergiftet, unbegründet. Denn kaum irgendwo herrschen so hohe Hygiene- bzw. Reinheitsstandards im Lebensmittelbereich wie bei uns. Und das zu wissen, sollte aus deutscher Sicht, wie ich finde, durchaus beruhigend wirken.

Ihre Bedenken gegen krankmachendes Essen möchte ich auch mit dem Hinweis relativieren, dass die medizinischen Zusammenhänge viel zu komplex sind, um pauschal in jedem Aroma oder Geschmacksverstärker einen Giftstoff zu erkennen. Für Menschen mit Lebensmittelallergie kann z.B. selbst das Naturprodukt Zucker bedrohlich sein, für andere sind es die ebenfalls unmanipulierten Stoffe Honig oder Eiweiß, ohne dass man die genannten, fraglos „reinen“ Lebensmittel bzw. Lebensmittelbestandteile als Gift bezeichnen dürfte.

An die Frage der „Gesundheit“ von Lebensmitteln muss daher differenziert, mit wissenschaftlichem Sachverstand und höchster fachlicher Objektivität herangegangen werden. Und ich darf Ihnen versichern, dass meine für den Verbraucherschutz zuständigen Kolleginnen und Kollegen, deren Arbeit ich interessiert und solidarisch verfolge, dies auch verantwortungsbewusst und effizient tun.

Hinweisen darf ich Sie vielleicht abschließend noch auf die alte Ärzteweisheit: Nicht so sehr was man zu sich nimmt, ist für die Gesundheit ausschlaggebend, als vielmehr das Wieviel. Und das Wieviel können wir zum Glück hierzulande alle selbst bestimmen und (etwa in der momentanen Fastenzeit) durch eigene Entscheidung auf ein gesundes Maß beschränken.

In der Hoffnung, Ihre Frage beantwortet zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Thomas Strobl MdB