Aggression und Radikalisierung folgen oft aus Ohnmachtsgefühl. Warum stärken wir nicht die psychologische Bildung und Selbstreflexion als Prävention, statt an professioneller Unterstützung zu sparen?
Hinter aktuellen Krisenphänomenen – von Aggression über Radikalisierung bis hin zu schwerer Gewalt und Femiziden – stehen im Kern dieselben tiefenpsychologischen Mechanismen: Gefühle von Kontrollverlust, Ohnmacht und verletzter Selbstwert. Zerstörerischer Radikalismus und Gewalt sind oft Versuche, Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Eine präventiv geförderte Selbstreflexion senkt diese destruktiven Impulse fundamental.
Das Einsparpotenzial für den Staat ist gigantisch: Kriminalitätskosten belaufen sich in Europa auf 4 bis 7 % des BIP (Uni Köln). Allein die gesellschaftlichen Folgekosten von Partnerschafts- und geschlechtsspezifischer Gewalt kosten Deutschland laut Studien (EIGE) rund 54 Milliarden Euro jährlich – verursacht durch Polizei, Justiz, Strafvollzug und Opferschutz. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich jeder präventiv in psychische Gesundheit investierte Euro durch das Verhindern von Folgekosten langfristig um das Zwei- bis Vierfache rechnet.

