Steffen Flath
CDU

Frage an Steffen Flath von Natryvxn Uöeare bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

12. August 2009 - 08:01

Sehr geehrter Herr Flath,
als Agraringenieur interessieren Sie gewiss die Probleme der Landwirte, d.h. der Milchpreisverfall, die sinkenden Getreide -und Fleischpreise. Meine Großeltern, welche einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb besaßen, waren immer bestrebt, keine Schulden zu machen. Nun wird unseren notleidenden Bauern vor allem von Seiten der Politiker eingeredet, Kredite zur Überwindung dieser schwierigen Zeit aufzunehmen und den Banken wird angemahnt, diese zinsgünstig an die Bauern zu vergeben.
Mir sträuben sich die Haare dabei: ein Bauer bürgt mit Haus und Hof (im Gegensatz zu den Vorstandsmitgliedern der HRE), abzusehen ist ein weiteres Zurückgehen der Preise. Auch kann nicht jeder seine Milchkühe gegen Reitpferde austauschen, da die Spassgesellschaft sich auch dem Ende zuwendet.
Was würden Sie als Agraringenieur einem 55-jährigen Bauern mit 200 Milchkühen und 100 ha Land raten ?

Mit freundlichen Grüßen
Angelika Hörner

Frage von Natryvxn Uöeare
Antwort von Steffen Flath
12. August 2009 - 11:29
Zeit bis zur Antwort: 3 Stunden 28 Minuten

Sehr geehrte Frau Hörner,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich teile Ihre Verärgerung über die Haftungsmodalitäten von Vorstandsmitgliedern der HRE oder anderen Konzernen. Ich bin der Meinung, dass zu einem Markt mit persönlicher Haftung auch für Vorstandsmitglieder in großen Konzernen zurückgekehrt werden sollte. Die Begründer der sozialen Marktwirtschaft sahen bereits den Zusammenhang zwischen Chance und Risiko: "Wer den Nutzen hat, muss den Schaden tragen."

Wie die weitere Perspektive der Milchproduktion und die Entwicklung des Milchpreises aussehen, kann ich nicht voraussagen. Auch kann ich nicht pauschal den in Ihrem Beispiel benannten Bauern, ohne die Rahmenbedingungen seines Unternehmens zu kennen, etwas raten. Nur soviel: Eine weitere Darlehnsfinanzierung empfehle ich grundsätzlich nur den Unternehmern, wenn eine berechtigte Hoffnung auf Besserung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens besteht. Wenn nicht, würden sich die Probleme nur verschärfen.

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Flath MdL