Anschlussfrage: Wie verhindert die neue Vergütungssystematik eine strukturelle Rationierung?
Sehr geehrte Frau Borchardt, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Da Ressourcen im Gesundheitssystem endlich und Budgets gedeckelt sind, bedeutet jede Priorisierung von Schweregraden mathematisch die Depriorisierung des Rests. Welchen steuernden Zweck außer einer budgetären Begrenzung (Rationierung) soll die Kopplung der Vergütung an Schweregrade sonst erfüllen? Wie genau und nach welchen Kriterien soll eine „schwere“ Erkrankung im Gesetz definiert werden, und welche Instanz soll diese Einstufung letztlich kontrollieren? Wie garantieren Sie sachlich, dass diese Systematik in den Praxen nicht zu dem wirtschaftlichen Zwang führt, Patientinnen mit vermeintlich „leichteren“ Verläufen abzuweisen, in unzureichende Digitalangebote zu drängen oder ihnen noch weiter verlängerte Wartezeiten zuzumuten?

