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Frage von Hans-Günter G. •

Frage an Sigmar Gabriel von Hans-Günter G. bezüglich Umwelt

Sehr geehrter Herr Gabriel,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort auf meine Fragen vom
24.07.2013.

Mir ging es nicht darum, eine Endlagersuche zu verhindern, sondern zu der
Einsicht zu kommen, dass man nun über 30 Jahre entweder nicht danach gesucht hat, was verantwortungslos gewesen wäre, oder – was wahrscheinlicher ist – keines gefunden hat. Man wird voraussichtlich auch in den nächsten 30 Jahren vergeblich danach suchen.
Ist Ihrer Meinung nach, die Suche nach einem „sicheren“ Endlager und das Beruhigen der Bürger, man werde schon eins finden, seriös und verantwortbar?

Bei unvoreingenommener Betrachtung und logischem Denken, gibt es in dieser
Frage zwei Möglichkeiten der Entscheidung, mit zwei verschieden großen
Risikopotentialen:
Entweder lassen wir die Atommeiler weiter laufen bis zur Findung eines Endlagers, mit dem Risiko, dass eines der Meiler uns um die Ohren fliegt und zigtausend Menschen und Tiere zu tote kommen, weite Landstriche unbewohnbar werden und Milliarden an Kosten auf uns zu kommen.

Oder wir schalten die Atommeiler sofort ab, forcieren den Ausbau der alternativen Energien, auch auf das Risiko hin, dass wir einen Engpass an Energie und ein Explodieren der Preise verkraften müssen, doch mit Schwierigkeiten, die zu bewältigen sind und keine unreparablen Schäden für unserer Kinder hinterlassen.

Meine Fragen, Herr Gabriel:

Welches Risiko könnten Sie im Ernstfall verantworten?

Wäre nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima nicht das sofortige Abschalten aller Atommeiler die einzig verantwortbare Entscheidung, auch für zukünftige Generationen?

Für Ihr Nachdenken bedanke ich mich.

Schöne Grüße
Hans-Günter Glaser

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Glaser,

momentan hat Deutschland einen Ausstiegsbeschluss, bei dem das letzte AKW im Jahr 2022 vom Netz geht. Diese Jahreszahl ist für die SPD nicht in Stein gemeißelt. Wenn wir die Energiewende zügig und verantwortungsvoll weiter fortführen, geht das auch schneller. Leider waren die letzten vier Jahre - übrigens nicht nur in dieser Hinsicht - verlorene Zeit. Denn die derzeitige Bundesregierung ist ein Totalausfall für die Energiewende. Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Verbraucherinnen und Verbraucher müssen die Lasten dieses Missmanagements und des Kompetenzgerangels tragen.

Um Ihre Frage zu beantworten: Es bleibt uns gar keine andere Wahl, als ein ergebnisoffenes Suchverfahren in Deutschland durchzuführen. Gelingt uns dies nicht, wird es damit enden, dass wir unseren Atommüll im Ausland deponieren. Und das ist absolut keine Option!

Ich halte den nun beschrittenen Weg des Endlagersuchgesetzes für die beste Möglichkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Atommüll.

Mit freundlichen Grüßen
Sigmar Gabriel