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Rosa Domm
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Hallo, Es soll ja die Rodigalle umgebaut werden.Von 4 auf 2 Spuren.Haben sich die Grünen mal Gedanken um die Anwohner gemacht & die täglichen Pendler?Es ist jetzt schon katastrophal zu den Stoßzeiten

Frage von Stefan V. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Monate

Sehr geehrter Herr V.,

damit Klimaschutz und Mobilitätswende gelingen können, müssen wir den umweltfreundlichen Verkehrsträgern, also dem Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, auch vernünftige Angebote zu machen. Dabei wollen wir die Infrastruktur, die wir heute planen, am prognostizierten Verkehr der Zukunft ausrichten. Die heute vorhandenen vier Fahrstreifen für Pkw sind auf den Bedarf zu den sehr kurzen Verkehrsspitzenzeiten ausgerichtet. Den überwiegenden Teil des Tages sind sie zu breit. In einer dicht besiedelten Großstadt wie Hamburg können wir es uns nicht leisten, große Flächen den größten Teil des Tages ungenutzt zu lassen. Stattdessen setzen wir auf eine intelligente Neuaufteilung. Für den überregionalen motorisierten Verkehr gibt es mit der Bundesautobahn A 24 eine parallel verlaufende, leistungsfähige Alternative. Mit der zukünftigen S-Bahnlinie S4 und der Verlängerung der Hochbahnlinie U4 wird es zukünftig weitere, attraktive Verkehrsangebote geben. Mit der aktuellen Planung schaffen wir durch veränderte Querschnitte erstmals für alle Verkehrsteilnehmenden ein sicheres Mobilitätsangebot.

Die Neusortierung des Straßenraums wird auch der gegenwärtigen, verkehrlichen Situation gerecht. Denn schon heute fahren in der Spitzenstunde mehr Menschen mit dem Bus als mit dem Auto über die Rodigallee. Für die Pendler*innen in den Bussen wird sich die Situation also entspannen. Dass so viele Menschen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen, liegt u.a. daran, dass die Stadt Hamburg diesen auf der Rodigallee in den vergangenen Jahren umfangreich ausgebaut hat. Mittlerweile bringen mehr als 42 Busse etwa 1.700 Fahrgäste in der Spitzenstunde in Richtung Innenstadt. Dem stehen ca. 1.200 Pkw in der Spitzenstunde gegenüber. Das Ziel ist, noch mehr Fahrgäste für das Angebot im Umweltverbund (das heißt mit dem ÖPNV, mit dem Rad oder zu Fuß) zu gewinnen, denn nur so können die vereinbarten Klimaschutzziele erreicht werden.

Der Senat hat sich mit der Fortschreibung des Hamburger Klimaplans sowie dem Hamburgischen Klimagesetz dazu verpflichtet, die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Die CO2-Emissionen sollen in Hamburg bis 2030 um 55 Prozent (gegenüber 1990) und bis 2050 um mindestens 95 Prozent gesenkt werden. Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Klimakrise werden wir diese Ziele weiter anheben. Der Verkehrsbereich birgt dabei großes Einsparpotential. Laut Verursacherbilanz 2017 trägt der Verkehr mit einem Anteil von 28,3 Prozent zu den Hamburger CO2-Emissionen bei. Konkret bedeutet das, dass im Verkehrsbereich 1,4 Mio. Tonnen CO2 allein bis 2030 eingespart werden müssen. Das schaffen wir nur mit dem Ausbau eines attraktiven ÖPNV-Angebots, wie nun etwa in der Rodigallee.

Die Maßnahme in der Rodigallee dient der Sanierung der Straße sowie der Stärkung des Umweltverbundes und ist damit aus klimapolitischer Sicht wichtig. Darüber hinaus hat die Maßnahme eine enorme Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen in Jenfeld, denn gerade für diese Anwohner*innen wollen wir die verkehrlichen Belastungen reduzieren. Durch die Fahrstreifenreduzierung entlang der Rodigallee werden Lärm und Luftverschmutzung spür- und hörbar reduziert. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen vor Ort. Durch die Fahrstreifenreduzierung, das attraktive und barrierefreie ÖPNV-Angebot sowie durch die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur machen wir Jenfeld attraktiver. Durch mehr Baumpflanzungen stärken wir zudem den Alleecharakter der Straße.

Mit freundlichen Grüßen
Rosa Domm

 

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