Portrait von Peter Tauber
Peter Tauber
CDU
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Peter Tauber zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Alex W. •

Frage an Peter Tauber von Alex W. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Hi Peter,

ich lebe mit meinem Bruder zusammen, ich arbeite und er kümmert sich um den Haushalt. Inzest begehen wir nicht. Obwohl wir gegenseitig Pflichten füreinander übernehmen, erhalten wir kein Ehegattensplitting. Mein Bruder wird bei meinem Tod keine Rentenansprüche bekommen. Wir können auch keine Kinder gemeinsam adoptieren. Mit jedem anderen Mann könnte ich mich durch die Ehe rechtlich absichern.

Da Du für die "Ehe für alle" gestimmt hast, habe ich folgende Fragen:

1. Welchen Zweck hat der Inzestparagraph bei gleichgeschlechtlichen, erwachsenen Geschwistern?
2. Hältst Du den Inzestparagraphen für zwei erwachsene Brüder für geschwisternphob? Wenn ja, was unternimmst Du dagegen?
3. Warum sollten zwei erwachsene Brüder keine Ehe eingehen können, besonders wenn sie gar keinen Inzest begehen, sondern nur bei gleichen Pflichten auch gleiche Rechte erhalten wollen?
4. Ist Deine Eheforderung immer mit einer sexuellen Beziehung verbunden, sprich Ehevorteile nur gegen Sex? Wie kontrollierst Du das?
5. Da wir muslimische Freunde haben: Hältst Du das Verbot, dass nicht mehr als zwei Menschen freiwillig die Ehe eingehen können, für diskriminierend? In über 60 Staaten der Erde gibt es bereits die Mehrfachehe. Die Berliner Politikerin Franziska Brychcy lebt mit zwei Männern zusammen, hat von einem drei und vom anderen ein Kind. Warum soll Franziska eigentlich aus Deiner Sicht nicht die beiden Männer heiraten dürfen und so den Kindern einen sicheren rechtlichen Rahmen geben?
6. Was spricht aus Deiner Sicht dagegen, dass drei sich liebende und füreinander sorgende Erwachsene nicht gemeinsam heiraten dürfen?
7. Was konkret unternimmst Du, die oben genannten Eheverbote zu beseitigen, um eine Ehe für wirklich alle zu erreichen?
8. Bist du dafür, dass die „Ehe für wirklich alle“ eine Vorbedingung für eine Koalition ist?

Ich würde um eine konkrete Beantwortung meiner acht Fragen bitten. Besonders dein Engagement zu Fragen 7 und 8 würde mich interessieren.

Portrait von Peter Tauber
Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr W.,

die Frage der „Ehe für alle“ oder Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare bewegt viele Menschen im Land und wurde vom Deutschen Bundestag Ende Juni abschließend geregelt. Ich habe dafür gestimmt. Als Abgeordneter des Deutschen Bundestages musste ich mich einzig und allein mit der Frage auseinandersetzen, ob die staatliche Zivilehe als Rechtsrahmen für ein verbindliches Zusammenleben geöffnet wird. Religiöse Wertungen oder das Sakrament der Ehe standen nicht zur Abstimmung. Die Ehe als Gemeinschaft zweier Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen, ist attraktiv und beliebt wie nie, obwohl gerade die politische Linke in unserem Land die Ehe lange Zeit als „altmodisch“ oder „überholt“ schlecht geredet hat. Wichtig ist mir aber, dass wir die religiöse Überzeugung akzeptieren, dass die Ehe ausschließlich eine Verbindung von Mann und Frau ist. Darum bleibt es den Religionsgemeinschaften überlassen, welche Partnerschaften sie wie segnen und bewerten. Ausführlich habe ich meine Sichtweise aufgeschrieben. Diese finden Sie hier: http://blog.petertauber.de/?p=3100 .

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Tauber MdB