Peter Bleser
CDU
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Frage von Wraf Fryyref an Peter Bleser bezüglich Inneres und Justiz

# Inneres und Justiz 08. Mai. 2009 - 22:11

Sehr geehrter Abgeordneter Bleser,

sehr interessant fand ich folgend Antwort von Ihnen
"Entscheidend ist auch die Verantwortung der Eltern und der Gesellschaft insgesamt. In den Medien werden oft menschenverachtende Verhaltensweisen auf heroische Art dargestellt. Auch das muss sich ändern"
im Bezug auf die momentane stattfindende Diskussion bezüglich der Waffengesetze.

Vom Sinn (mehr Kontrolle von Waffenbesitzern) und Unsinn (Verbot von z.B. Paintball, während Schützenvereine oder Fechter außen vor bleiben) mal abgesehen, wie kann, wie sollte die Politik vorangehen, dass die Gesellschaft eben mehr Verantwortung übernimmt, das Eltern wieder mehr Gelegenheit bekommen sich um ihren Nachwuchs zu kümmern und das auch die heroischen menschenverachtenden Elemente aus den Medien verschwinden?

Kann die Politik das überhaupt? Sollte sie versuchen die Gesellschaft zu verbessern ohne sie zu bevormunden? Und wie wichtig sollte und dürfte eine anstehende Wahl dabei sein?

Mit freundlichen Grüßen aus Waldesch

Jens Sellers

Von: Wraf Fryyref

Antwort von Peter Bleser (CDU)

Sehr geehrter Herr Sellers,

wie Sie vermutlich schon aus der Presse entnommen haben, bleibt Paintball erlaubt. Da mich sehr viele Mails zum geplanten Paintballverbot erreicht haben, nehme ich dennoch gern zu diesem Thema Stellung.

Die ersten Vorschläge zur Änderung des Waffenrechts waren ein Schnellschuss als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Aufgrund der Berichterstattung in den Medien und der damit verbundenen Diskussion sah sich die Politik in der Pflicht die geforderte Verschärfung schnellstmöglich umzusetzen. Jetzt wurden die die ersten Vorschläge in guter Art und Weise relativiert. Ein generelles Verbot von Waffen, bedeutet noch lange nicht das Verbot von illegalen Waffen. Amokläufe werden leider auf jede denkbare Art verübt. Nicht immer spielt eine Waffe die Rolle. Ich meine, dass es nicht an der Waffe liegt, sondern an dem Menschen der dahinter steht. Ursache ist letztlich die Person, die sich das Mittel zur Tat selbst wählt.

Handlungsbedarf gibt es trotzdem. Ich meine, dass "Killerspiele" am Computer oder in den Medien allgemein immer mehr zunehmen und ein Gefährdungspotential für Kinder und Jugendliche darstellen.

Neben Ihnen haben sich auch viele andere an mich gewandt und sich für das Spiel "Paintball" ausgesprochen. Für viele ist es ein Mannschaftssport, ähnlich dem Völkerball, der Teamarbeit und taktisches Geschick erfordert. Ziel ist nicht die Tötung von Menschen, sondern die Eroberung der Fahne der gegnerischen Mannschaft. Als Beispiel nannten auch viele das althergebrachte "Räuber und Gendarm".

Entscheidend ist sicher auch, mit welcher Intension Menschen Paintball spielen. Ich gehe leider davon aus, dass genügend Gruppen existieren, die Paintball wegen der "Waffe" ausüben, auch wenn das Wort im Paintball-Sport verpönt ist, und das Abschießen und Verletzen von Menschen simulieren.

Sollten diese Zeilen bei Ihnen weitere Argumente, Meinungen hervorrufen, so bitte ich Sie von Antworten abzusehen. Die Entscheidung pro Paintball dürfte in Ihrem Interesse liegen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Bleser, MdB

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