Frage an Peter Bleser von Gubznf Terorafgrva bezüglich Land- und Forstwirtschaft

16. Dezember 2012 - 11:59

Sehr geehrter Herr Bleser,

in Ihrer Antwort an Frau MdB Behm auf die Frage, was gegen die Angleichung der Jagdzeiten von Rehböcken und Ricken spricht, heißt es, Rehböcke seien zu Beginn der Jagdzeit im Mai und während der Blattzeit im Juli / August am besten nach Alter und Kondition ansprechbar. Deshalb könne auf unteschiedliche Jagdzeit für weibliches und männliches Rehwild nicht verzichtet werden.

Bitte erklären Sie doch den Bürgern, was Sie unter "Kondition" verstehen, wie Sie diese ansprechen (welche Merkmale weisen auf eine gute oder schlechte Kondition hin) und warum das zu den von Ihnen angführten Zeitpunkten besser möglich sein soll, als beispielsweise in dem Zeitraum, in dem Ricken, aber nicht Böcke bejagt werden dürfen. Im Umkehrschluss hieße das auch, dass die Kondition von Ricken entweder zu anderen Jahreszeiten besser zu beurteilen ist oder, dass es bei Ricken nicht so wichtig ist, deren Kondition und Alter anzusprechen. Bitte erläutern Sie auch dies.

Frage von Gubznf Terorafgrva
Antwort von Peter Bleser
10. Januar 2013 - 12:01
Zeit bis zur Antwort: 3 Wochen 4 Tage

Sehr geehrter Herr Grebenstein,

ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Nachricht über Abgeordnetenwatch, die ich gerne beantworte. Grundlage und Voraussetzung einer ordnungsgemäßen Jagdausübung ist das sorgfältige Ansprechen des Wildes, zu dem auch die Beurteilung der Kondition, d.h. des Gesundheitszustandes, beider Geschlechter, zählt. Die Kondition des Wildes gibt Aufschluss über die Ausgewogenheit (Alter, Geschlechterverhältnis, Wilddichte) und den Zustand (auffallend hoher Anteil schwacher und von Parasiten befallener Stücke) des Wildbestandes. Das Ansprechen des Wildes bezüglich seiner Kondition ist zudem ein unverzichtbarer Bestandteil der Wildbret- und Seuchenhygiene.

Darüber hinaus ist es Ziel des Jagdrechts in Deutschland, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten und seine Lebensgrundlagen zu sichern. Die geltenden bundesrechtlichen Regelungen hinsichtlich der Jagd- und Schonzeiten, die nach Geschlecht und teilweise nach Alter unterscheiden, dienen

• einer den natürlichen Verhältnissen nahekommenden Struktur im Geschlechterverhältnis und im Altersaufbau der jeweiligen Wildarten,

• einer dem natürlichen Äsungsangebot angepassten Wilddichte,

• dem Jagdschutz (Schutz des Wildes vor Wildseuchen),

• dem Artenschutz (ganzjährige Schonzeit) und

• dem Tierschutz (Schutz führender Elterntiere).

In der Hoffnung, dass die Informationen Ihre Fragen beantworten, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Peter Bleser, MdB