Helfen Sie mit, dass psychisch Kranke schneller Hilfe bekommen?
Sehr geehrte Frau Piechotta,
als Mensch, der dringend einen Therapieplatz braucht, schreibe ich Ihnen mit großer Sorge. Das GKV-Gesetz kürzt genau die Versorgung, auf die ich und viele andere angewiesen sind.
Bitte setzen Sie sich dafür ein: keine Deckelung der Psychotherapie-Vergütung, keine Streichung der Kurzzeittherapie-Zuschläge. Stärken Sie die Versorgung, statt sie zu beschneiden. Die Einsparungen sind gering – die Folgen für uns Patienten sind verheerend: noch längere Wartezeiten, spätere Behandlungen, chronische Verläufe.
Stabilisieren Sie die Kassen nicht zulasten psychisch kranker Menschen.
Mit freundlichen Grüßen
Erik S.
(Quelle: https://bvvp.de/jetzt-wird-es-laut/?fbclid=PAb21jcAS7aF1mdHNoBLtdEm9tY3AEu)
Sehr geehrter Herr S.,
herzlichen Dank für Ihre Frage.
Psychische Gesundheit ist keine nachrangige Frage, sondern ein zentraler Bestandteil einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Angesichts der immer größer werdenden Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenkassen und der weiterhin drohenden Beitragssatzsteigerungen ab dem kommenden Jahr müssen nun, dringender denn je, alle Akteure ihren fairen Beitrag zur solidarisch finanzierten und bezahlbaren Krankenversicherung leisten. Dazu gehört insbesondere auch, die pharmazeutische Industrie stärker in die Verantwortung zu nehmen. Die Finanzierungslücke der GKV darf nicht einseitig zulasten der Versicherten, der Versorgung vor Ort oder der Gesundheitsberufe geschlossen werden.

