Guten Tag Frau Klein. Sehen Sie den kürzlich errichteten Gedenkort für Walter Lübcke als das, was er sein soll: einen Ort der Mahnung?
Sehr geehrter Herr R.,
der Mord an meinem Parteifreund Walter Lübcke hat mich – wie viele andere – tief erschüttert. Es war ein feiger rechtsextremistischer Anschlag auf einen engagierten Demokraten und damit auch auf unsere Demokratie insgesamt.
Auch deshalb ist es mir ein großes Anliegen, mich weiterhin entschieden für ein friedliches Zusammenleben sowie gegen jede Form von Extremismus und politischer Gewalt einzusetzen. Den Hinterbliebenen gilt mein aufrichtiges Mitgefühl.
Die Aktion des “Zentrums für Politische Schönheit” halte ich hingegen für problematisch. Zum Zwecke einer politischen Kampagne einen sogenannten Gedenkort ohne Abstimmung mit der Familie des Ermordeten zu errichten und dabei den Eindruck ihrer Zustimmung zu erwecken, ist ein Akt pietätloser Instrumentalisierung und kein würdiges Gedenken.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Ottilie Klein

