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Nina Heidt-Sommer
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Frage von Susanne I. •

Vergütung für PsychotherapeutInnen: Wie stehen Sie zu dem Beschluss vom 12.03. und unterstützen Sie uns PsychotherapeutInnen damit wir eine angemessene Vergütung bekommen?

Sehr geehrte Frau Heidt-Sommer,
ich bin Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit einem vollen Versorgungssitz in Gießen. Am 12.03. wurde auf Betreiben des GKV-SV beschlossen das Honorar für PsychotherapeutInnen um 4,5% zu kürzen ab Quartal 2/2026. Ich empfinde die Kürzung wie ein Schlag ins Gesicht und erlebe erneut wenig Wertschätzung von der Politik und den Krankenkassen. Zudem verschlechtert sich dadurch die Versorgung der psychisch erkrankten Menschen. Ich möchte Sie gerne noch darauf hinweisen, dass wir als PsychotherapeutInnen sehr viel leisten und wir deutlich weniger verdienen als unsere fachärztlichen und hausärztlichen KollegInnen in der Regel aber sehr hohe Kosten haben und wir vor allem unsere langwierige Ausbildung selbst bezahlt und dabei von Kliniken ausgebeutet wurden. Wie stehen Sie zu dem Beschluss vom 12.03. und unterstützen Sie uns PsychotherapeutInnen damit wir eine angemessene Vergütung bekommen?

Mit freundlichen Grüßen S. I. .(Dipl-Psych.)

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau I.,

vielen Dank für Ihr Schreiben und die eindringliche Schilderung der Situation in Ihrer Praxis.

Zunächst ist mir folgender Hinweis wichtig: Über Anpassungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) entscheidet nicht der Landtag oder der Bundestag, sondern der Bewertungsausschuss als gemeinsames Gremium der ärztlichen Selbstverwaltung – bestehend aus der Kassenärztliche Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband. Die konkrete Ausgestaltung und Bewertung einzelner Leistungsziffern liegt somit in der Verantwortung der gemeinsamen Selbstverwaltung und nicht unmittelbar beim hessischen Gesetzgeber oder der hessischen Landesregierung.

Unabhängig davon ist für uns als SPD auf allen Ebenen klar: Die Sicherstellung einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen psychotherapeutischen Versorgung hat hohe Priorität. Gerade angesichts steigender Betriebskosten, wachsender Nachfrage nach Therapieplätzen und bereits bestehender Wartezeiten ist eine pauschale Honorarkürzung ein problematisches Signal.

Auch wenn wir keinen direkten Einfluss auf die Entscheidungen des Bewertungsausschusses haben, nehmen wir die politischen Rahmenbedingungen sehr ernst. Wir setzen uns dafür ein, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisiert wird - ohne einzelne Versorgungsbereiche unverhältnismäßig zu belasten -, die ambulante psychotherapeutische Versorgung gestärkt wird und wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie Planungssicherheit für Praxen gewährleistet bleiben.

Ihre Rückmeldung aus der Versorgungspraxis ist für die politische Bewertung solcher Entwicklungen sehr wertvoll. Gern bringe ich Ihre Argumente in meine politische Arbeit ein, um auf die möglichen Folgen aufmerksam zu machen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Nina Heidt-Sommer

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