Portrait von Nadja Sthamer
Nadja Sthamer
SPD
100 %
24 / 24 Fragen beantwortet
Frage von Thomas H. •

Mit dem Wissen (2008) des heutigen CIA-Direktor Burns (siehe unten) war der Ukrainekrieg voraussehbar und hätte verhindert werden können. Wie sehen Sie diese 15jährige Entwicklung bis zur Katastrophe?

Quelle: https://www.washingtonpost.com/outlook/2021/12/23/ukraine-taiwan-red-lines/
-It recognized that Russia, sharing deep ties and a 1,426-mile land border with Ukraine, might oppose such a move by force. “
in Deutsch: ..."Es (NATO-Bündnis) erkannte an, dass Russland, das enge Beziehungen und eine 1.426 Meilen lange Landgrenze mit der Ukraine teilt, sich einem solchen Schritt mit Gewalt widersetzen könnte.
-“Ukrainian entry into NATO is the brightest of all redlines for the Russian elite (not just Putin),” William J. Burns, then U.S. ambassador to Russia and current CIA director, cabled from Moscow in 2008. “
auf Deutsch: Der Beitritt der Ukraine zur NATO ist die hellste aller roten Linien für die russische Elite (nicht nur Putin)“, telegrafierte William J. Burns, damals US-Botschafter in Russland und derzeitiger CIA-Direktor, 2008 aus Moskau.
Der Krieg war somit von denen, die es wollten vorhersehbar, war er vielleicht gewollt?

Portrait von Nadja Sthamer
Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr H.,

die Verantwortung für den Krieg tragen allein Präsident Putin und seine Unterstützer:innen, die diesen brutalen und rücksichtslosen Angriffskrieg begonnen haben. Es ist Tatsache, dass die Ukraine unverschuldet überfallen worden ist.

Putins Krieg bedeutet eine Zäsur, auch für unsere Außenpolitik. Unser Anspruch dabei bleibt, so viel Diplomatie wie möglich zu versuchen. Doch für einen echten Dialog braucht es die Bereitschaft dazu auf beiden Seiten. Daran mangelt es aufseiten Putins ganz offensichtlich, und das nicht erst in den letzten Tagen und Wochen. Wir werden auch künftig aktiv das Gespräch mit Russland suchen. Auch in dieser extremen Lage ist es die Aufgabe der Diplomatie, Gesprächskanäle offenzuhalten. Dauerhaft ist Sicherheit in Europa nicht gegen Russland möglich. Auf absehbare Zeit aber gefährdet Putin diese Sicherheit.
Dennoch bin ich sehr froh, dass insbesondere Bundeskanzler Olaf Scholz den diplomatischen Kanal mittels regelmäßiger Telefonate mit Herrn Putin versucht offen zu halten. Das ist sehr wichtig. Allerdings braucht es, wie gesagt, für Diplomatie den Willen zum ehrlichen Gespräch auf allen Seiten und das ist bei den weiteren Eskalationen durch Putin nicht zu erkennen.

Für Rückfragen stehen mein Team und ich Ihnen gerne zur Verfügung. 

Mit freundlichen Grüßen

Nadja Sthamer 

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Nadja Sthamer
Nadja Sthamer
SPD