Matthias Hördt
DIE LINKE

Frage an Matthias Hördt von Fgrcuna Svfpure bezüglich Finanzen

06. März 2016 - 16:24

Sehr geehrter Herr Hördt,

Sie fordern "Obergrenzen für Reichtum". Warum? Was verstehen Sie unter Reichtum, wo wäre Ihre Obergrenze und wie wollen Sie das durchsetzen?

MfG
S. Svfpure

Frage von Fgrcuna Svfpure
Antwort von Matthias Hördt
07. März 2016 - 13:58
Zeit bis zur Antwort: 21 Stunden 33 Minuten

Sehr geehrter Herr Svfpure,

ich halte "Obergrenzen für Reichtum" notwendig, weil unendlicher Reichtum auf der einen Seite unendliche Armut auf der anderen Seite bedeutet. Aktuell besitzen die 62 reichsten Menschen auf der Erde so viel wie die 3 Milliarden ärmsten.

Ich denke, ich brauche die Armut in der Welt nicht näher zu schildern. Kinderarbeit, Sklavenlöhne, skandalöse Umweltverschmutzung sind in weiten Teilen der Welt präsent.

Viele Menschen haben in ihrer Heimat keine Zukunftsperspektive und versuchen in den wohlhabenderen Ländern etwas vom Wohlstand abzubekommen. Fälschlicherweise werden diese Leute als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet. Es sind Opfer von Politik, die diese Zustände zulässt oder sogar erzwingt.

Die meisten Kriege finden ebenfalls statt, weil es einzelne Reiche gibt, die Söldner mit irgendwelchen Missionen beauftragen. Religiöse oder ethische Konflikte werden dabei vorgeschoben oder inszeniert.

Dies alles könnte nicht stattfinden, wenn es eine Obergrenze für Reichtum gäbe. Weil es sich dann ab einem bestimmten Punkt für niemanden mehr lohnt - denn es geht nicht mehr - noch mehr zu haben.

Durchsetzen kann man das selbstverständlich nur, wenn es dazu einen weltweiten Konsens gibt. Dazu wiederum muss es einen weltweiten Wandel im Denken geben. Dazu will ich mit meiner Forderung anstoßen. Es müssen schließlich die Menschen selbst für erstrebenswerter halten, den kollektiven Reichtum der Gesellschaft zu mehren, als individuell reicher werden zu wollen.

Ich meine, dass niemand mehr Vermögen haben sollte als 20 Millionen € (pro Person). Das reicht für ein gutes sorgenfreies Leben. Wie genau dann die 20 Millionen zusammengerechnet werden, habe ich mir noch nicht genau überlegt. So würde ich die selbstgenutzte Villa und Ländereien die zum Vorteil für die Allgemeinheit bewirtschaftet werden anders bewerten, als große Immobilien die vermietet werden. Ähnliches stelle ich mir für Unternehmen vor. Solche, in denen der Egentümer seinen Angestellten einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz bietet, muss anders bewertet werden als ein Ausbeuterbetrieb. Aber letzteres soll es sowieso schon schneller nicht mehr geben.

Freundliche Grüße
Matthias Hördt