Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung zu? Ja oder Nein?
Sehr geehrte Frau K.
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Die Idee, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln, stammt von der Bundesregierung. Statt die in wesentlichen Punkten hausgemachten Ursachen der Rentenkrise anzugehen, werden die Rentner finanziell zusätzlich belastet.
Eine automatische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung lehnen wir ab.
Ebenso lehnen wir eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze über das 67. Lebensjahr hinaus ab. Eine solche Anhebung ist realitätsfern: Viele Versicherte sind im höheren Alter gesundheitlich eingeschränkt, und der Arbeitsmarkt bietet älteren Arbeitnehmern bislang nur unzureichende Chancen. Forderungen nach einer noch längeren Erwerbstätigkeit sind nicht im Sinne der Generationengerechtigkeit.
Die Idee der Solidargemeinschaft wird über die Maßen ausgereizt, wenn ausgerechnet von jenen weitere Leistungen verlangt werden, die ihren Beitrag bereits über Jahrzehnte erbracht haben — teils durch 45 Jahre Arbeit- sowie Beitrags- und Steuerzahlungen. Diese Menschen sollten nicht zusätzlich belasten werden, um mittelbar Sozialleistungsansprüche von Personen zu finanzieren, die keine oder nur geringe Vorleistungen erbracht haben, obwohl sie dazu in der Lage gewesen wären.
Deshalb setzen wir uns für die abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren ein.
Wer über viele Jahre in Deutschland gearbeitet und Beiträge in die Sozialversicherung eingezahlt hat, hat Anspruch auf eine würdige und auskömmliche Rente. Diese muss die Lebensleistung widerspiegeln und wirksam vor Altersarmut schützen. Die Altersvorsorge darf daher nicht von kurzfristigen politischen Erwägungen bestimmt werden, sondern muss langfristig verlässlich und planbar sein.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Malte Kaufmann MdB

