Außenaufnahme von Lisa Kern mit einem blauen Jacket.
Lisa Kern
DIE GRÜNEN

Frage an Lisa Kern von Xrfuniyny Tbxunyr bezüglich Umwelt

01. Februar 2021 - 14:38

Sehr geehrte Frau Kern,

guten Tag.

Mit vielen Dank im Voraus für die Antworten stelle ich meine Fragen bezüglich des Antrags: https://dserver.bundestag.de/btd/19/205/1920566.pdf.

Geht es in diesem Antrag nur um den Tierschutz?
Welche Klima-Ziele können wir mit diesen Tierschutz-Regelen erreichen?
Wird das Fleischkonsum durch die verbesserte Tierhaltung reduziert? Gemäß dem Fleischatlas (https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/50729003887/in/album-72157717373534853) sollte die Reduzierung des Fleischkonsums ein Ziel der entwickelten Ländern sein.
Werden diese Vorschläge zu einem reduzierten Resourzenverbrauch führen?
Welche Vorschläge hätte die Partei Grüne für die Reduzierung des Fleischkonsums in Deutschland und in Europa?
Würde die Partei Grüne versuchen, die Konsumenten zu überzeugen, Ihr Fleischkonsum zu reduzieren?

Mit freundlichen Grüßen,
Tbxunyr

Frage von Xrfuniyny Tbxunyr
Antwort von Lisa Kern
15. Februar 2021 - 11:58
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 6 Tage

Sehr geehrter Herr Gokhale,
herzlichen Dank für Ihre Frage.
Am 5.2. ein UNEP-Bericht erschienen, der u.a. erklärt, wie Lebensmittelproduktion natürliche Lebensräume beeinträchtigt und zum Artensterben beiträgt. Als Hebel sieht er die Änderung von Ernährungsgewohnheiten, die Verringerung der Nahrungsnachfrage sowie eine vermehrt pflanzliche Ernährung https://www.chathamhouse.org/2021/02/food-system-impacts-biodiversity-loss Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ist Kern grüner Politik.
Im neuen Grundsatzprogramm der Grünen wird an mehreren Stellen deutlich, dass wir das Zusammenleben mit Tieren grundsätzlich anders gestalten und die Massentierhaltung abschaffen müssen. Bedeutend ist der Passus 9, hier heißt es:
„Wir haben nur diese eine Erde, in ihrer Schönheit und natürlichen Vielfalt. Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die fühlen und empfinden. Daher ist es Pflicht für uns Menschen, das Wohl von Tieren und die gesamte lebendige Natur um ihrer selbst willen zu schützen.“
Dieser Gedanke wird in dem gesonderten Kapitel „Tierschutz“ näher ausgeführt (Passus 77 und 78). Hierin wird etwa festgehalten, dass die Haltung den Bedürfnissen angepasst werden muss, nicht die Tiere den Ställen, wie es noch immer viel zu häufig geschieht wenn etwa Schwänze oder Schnäbel kupiert werden. Auch macht das Grundsatzprogramm eines deutlich: Wir müssen immer weniger Tiere halten, die Zahl also deutlich reduzieren. Hierfür bedarf es nicht nur einer konsequenten Agrar-, sondern auch einer Ernährungswende. Dafür braucht es eine durchdachte Strategie, die einen vielfältigen Instrumentenmix aufeinander abstimmt und etwa die öffentliche Beschaffung in Kitas, Krankenhäusern, in der Schulverpflegung sowie Kantinen an ökologischen und regionalen Kriterien ausrichtet.

Diese Grundsätze spiegeln sich in der Arbeit der Bundestagsfraktion wieder, etwa in den Anträgen zum Umbau der Tierhaltung (https://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/artgerechte-tierhaltung-und-faire-verguetung), der Ernährungswende (https://www.gruene-bundestag.de/themen/ernaehrung) sowie auch in von uns in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten (https://www.gruene-bundestag.de/themen/tierschutz/tierschutz-gesetzlich-besser-regeln).
All diese Vorschläge führen durch Verknappung des Gutes Fleisches und durch Verteuerung des Fleischkumsums auch zu seiner Reduzierung.
Wir stimmen Ihnen zu, dass zur Erreichung der Klimaziele eine Reduzierung des Fleischkunsums unausweichlich ist. Restriktive Maßnahmen sind hierfür jedoch kein geeigneter Weg. Wir setzen auf Eigenverantwortung der Konsument*innen. Verbote führen nie zu Akzeptanz und bevormunden Bürger*innen.
Umfassende Aufklärung über die klimaschädlichen Auswirkungen des Fleischkonsums sind notwendig. Außerdem müssen Verbraucher*innen hochwertige, leckere und bezahlbare Alternativen geboten werden, auch in der Gastronomie. Hierfür braucht es eine Stadtentwicklung, die auch kleinen und kreativen Angeboten Platz gibt, nicht nur günstigen Ketten mit billigem Fleisch.

Als Gesetzgeber können wir den Ressourcenverbrauch direkt nur durch ressourcenschonendere Tierhaltung, also ökologischere Fütterung, kürzere Transportwege und Umstrukturierung der Subventionen verringern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Lisa Kern