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Frage von Jörg M. •

Warum nur schwerwiegende Erkrankungen und medizinische Notwendigkeit für Cannabis?

Warum soll Cannabis nur schwerwiegende Erkrankungen verordnet werden dürfen und welche sind das? Ich habe gegen Migräne mit Anfallshäufung Antidepressiva, Antiepileptika und Betablocker zur Prophylaxe verschrieben bekommen. Nichts hat geholfen. Cannabis hingegen reduziert die Häufigkeit von etwa 10 Mal auf 3 Mal pro Monat.
Ich werde hier aber keinen stationären Arzt finden weil die sich nicht auskennen und Angst haben.
Apotheken vor Ort nehmen Mondpreise. 100 € für 5 Gramm wurde mit gesagt, egal welche Sorte. Das sind 20€ pro Gramm! Online gibt es das Gramm aktuell für 6€! Wer soll das bezahlen?
Ich werde dann wohl statt zum „Dealer im Weißen Kittel“ zum Dealer in der dunklen Großstadtecke gehen!
Schöne Dank auch…
Mit freundlichen Grüßen
Jörg M.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr M., 

vielen Dank für Ihre Frage. 

Cannabisprodukte können bei einer schwerwiegenden Erkrankung verordnet werden. Eine Erkrankung gilt dann als schwerwiegend, wenn sie lebensbedrohlich ist oder wenn sie die Lebensqualität auf Dauer beeinträchtigt, wie z.B. bei chronischen Schmerzen, Krebserkrankungen oder Multipler Sklerose.

In Apotheken abgegebener Cannabis unterliegt strengen pharmazeutischen Standards. Zusätzlich sind Apothekerinnen und Apotheker pharmazeutisch ausgebildet und können zu Wirkung, Dosierung, Risiken und Wechselwirkungen beraten. Gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen oder bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme ist das entscheidend. Auf dem Schwarzmarkt oder bei nicht-regulierten Verkaufsstellen gibt es diese Sicherheit nicht. Ein vermeintlich günstiger Preis kann hier mit gesundheitlichen Risiken bezahlt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Castellucci

 

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