Werden sie dem Vorschlag im Reformpapier zur Rente - die Altersgrenze zum Renteneintrit an die Lebenserwartungen anzupassen zustimmen? Wie stehen sie zu den restlichen Vorschlägen in dem Papier?
Sehr geehrter Herr Willsch,
Das aktuell von der Rentenkommision vorliegende Reformpaket enthält einige wirklich sehr gute Punkte, wie zum Beispiel dem Vorschlag, dass auch Selbstständige und Beamte mit in die Versicherubg aufgenommen werden. Auch eine Anlage am Kapitalmarkt erscheint sinnvoll.
Allerdings wäre die vorgeschlagene Kopplung an die Lebenserwartung ein weiterer massiver Treiber für Altersarmut (wegen vorzeitigem Eintritt in die Rente von Personen aus vor allem bei Handwerks- und anderen körperlichen und Pflegenden Berufen) und Abwanderung junger Talente, die in anderen Ländern mehr perpektiven für ihre Zukunft sehen durch ein attraktiveres Steuersystem, und stabile Renteneintrittsalter bzw.verlässlichere Ausgestaltungsmöglichkeiten (z.b. die usa: ca. 20% einkommenssteuer und private vorsorge mit steuervergünstigung meist über 401k).
Sehr geehrte Frau R.,
zuerst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht. Bevor ich auf Ihr Anliegen eingehe, gestatten Sie mir einen kurzen Hinweis: Als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Rheingau-Taunus – Limburg (177) ist es mir ein wichtiges Anliegen, regelmäßig mit den Bürgern in Kontakt zu treten und für den persönlichen Austausch zur Verfügung zu stehen. Wenn Sie also mit einem Anliegen an mich herantreten wollen, können Sie jederzeit den direkten Kontakt suchen, digital per E-Mail oder persönlich auf einer der zahlreichen Veranstaltungen im Wahlkreis. Es ist nicht erforderlich, über sogenannte „Abgeordnetenwächter“ oder ähnliche Plattformen zu gehen, die sich als Mittler aufspielen, tatsächlich aber nicht selten als eine Art Abgeordnetenpranger fungieren. Der direkte Weg ist immer der bessere.
Der Vorschlag der Kommission sieht gerade keinen großen Sprung beim Renteneintritt vor. Die Altersgrenze würde nur langsam steigen und nur dann, wenn auch die Lebenserwartung steigt. Nach den vorliegenden Annahmen ginge es bis 2041 um etwa ein halbes Jahr. Gleichzeitig soll eine neue Schutzrente eingeführt werden, damit rentennahe Personen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren langjährigen Beruf nicht mehr ausüben können, früher in Rente gehen können. Aus meiner Sicht ist der richtige Weg daher nicht, die demografische Entwicklung zu ignorieren, sondern sie ehrlich zu benennen und sozial abzufedern. Wer länger lebt, soll auch länger eine gute Rente beziehen können. Damit das finanzierbar bleibt, brauchen wir faire Regeln, mehr Kapitaldeckung und eine stärkere Eigenvorsorge.
Sollten Sie ansonsten Interesse an meiner politischen Arbeit im Deutschen Bundestag haben, empfehle ich Ihnen meinen Hauptstadtbrief. Anbei der Link zur Registrierung: https://www.klaus-peter-willsch.de/hauptstadtbrief/.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Peter Willsch
