Frage an Katharina Binz von Paul G. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen
Sehr geehrte Frau Binz.
Als neue Ministerin für "Familie, Frauen, Kultur und Integration" sind Sie sicher auch mit der Gleichberechtigung beschäftigt. Seit Jahren stelle ich mir die Frage, welches Ministerium für mich als "Mann" zuständig ist. Sowohl im Landtag als auch auf Bundesebene finde ich kein Ministerium, das für die Interessen der Männer eintritt. Mir fehlt hier die Gleichberechtigung der Männer und ich fühle mich als Mann zurückgesetzt und diskriminiert.
Ihre Partei "Bündnis 90/die Grünen" setzt sich doch für "Eine geschlechtergerechte Gesellschaft" ein. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, dass nicht nur die Anliegen von Familie, Frauen, Kultur und Integration vertreten werden, sonder namentlich auch die Interessen von Männern.
Wann werden im Rahmen der Gleichstellung auch die Interessen von Männern vertreten und wie werden Sie sich dafür einsetzen?
Sehr geehrter Herr G.,
als Frauenministerin des Landes Rheinland-Pfalz fühle ich mich dem Artikel 3, Absatz 2 unseres Grundgesetzes verpflichtet:
"Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."
Die Arbeit meines Ministeriums ist darauf ausgerichtet, diese tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung und die Beseitigung bestehender Nachteile zu erreichen. Dass diese insbesondere Frauen betreffen, ist immer wieder auch wissenschaftlich festgestellt. Einen guten Überblick bieten hier zum Beispiel die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung.
Insofern ist die Existenz eines Frauenministeriums keine Diskriminierung, sondern Erfüllung des Verfassungsauftrags.
Aber auch in meinem Ministerium wird in verschiedenen Projekten explizit die Verbesserung der Lebensbedingungen von Männern gefördert. Exemplarisch möchte ich hier zwei Projekte nennen, die durch das Frauenministerium gefördert werden:
Das ist die Männerberatungsstelle SAFE (safe-mainz.de) sowie die Fachstelle Jungenarbeit (fachstelle-jungenarbeit.de)
Mit freundlichen Grüßen,
Katharina Binz

