Von A nach B für alle??? Tatsächlich?
Sehr geehrte Frau Wegner, In Rostock wird gerade eine seit 100 Jahren bestehende Straßenbahnlinie dermaßen verkürzt, dass weder Friedhofsbesucher, Senioren des Pflegeheimes, Kinder aus anliegenden Wohngebieten oder auch Besucher von Geschäften nur noch über Umwege bzw. Umsteigen zum Ziel ( Neuer Friedhof Rostock) gelangen werden. Verantwortlich: Stadtverwaltung Rostock, Grüne, .... Nun fragen wir uns, wie es sein kann, dass Wahltext und Realität so weit auseinander liegen kõnnen. MfG J. G.
Herzlichen Dank für Ihre Frage und bitte entschuldigen Sie die lange Bearbeitungszeit.
In Rostock ist es gelungen, eine Mehrheit für eine ganz neue Straßenbahntrasse (TRAM West) zu erringen, so dass in den kommenden Jahren eine neue Strecke zwischen dem Westen der Stadt und der Stadtmitte geschaffen wird. Diese Trasse ist dann eine Station von der ursprünglichen jetzigen Haltestelle entfernt.
Dass der Halt am Neuen Friedhof entfällt, haben nicht die Grünen entschieden, sondern die Straßenbahngesellschaft. Schon immer hatte diese letzte Station eine vergleichsweise geringe Nutzung. Nun kam der Umstand hinzu, dass eine Straßenbrücke, die zu dieser Station führt, marode war und abgerissen werden musste. Damit stand die RSAG vor der Frage, ob dieser eine Haltepunkt die Millioneninvestition für eine neue Brücke rechtfertigt.
Auch mit Brücke wäre der Haltepunkt als einzelne Stichstrecke im neuen Netz nur noch mit großem Aufwand bedienbar. Die RSAG hat darum entschieden, diese Station stattdessen künftig mit zwei Buslinien anzufahren. Für die Bewohner des Seniorenheims, aber auch Kinder, die zu den Sportplätzen wollen, reduzieren sich die Wege mit den Bussen, weil neue Bushaltestellen entstehen, die dichter dran sind als die Straßenbahn-Haltestelle.
Wenn eine Straßenbahn-Station wegfällt, ist das für die Menschen im direkten Umfeld ein Schlag. Das kann ich gut verstehen. Durch die künftigen Busanbindungen ergeben sich aber für einige, gerade für das Seniorenheim, dennoch Verbesserungen. Nach meinem Eindruck hat sich niemand diese Entscheidung leicht gemacht, ich anerkenne die Bemühungen eine bestmögliche Lösung zu finden.

