Wie bewerten die Grünen Vorwürfe zu manipulierten Daten im BIOTA-Modell des Projekts „Serrahn Süd“ im Hinblick auf die im Landtag vorliegenden Kleinen Anfragen der Vizepräsidentin Beate Schlupp?
Sehr geehrter Frau Wegner, Betroffene verweisen im Verfahren auf physikalisch unhaltbare Modellparameter: Für ein Teilstück des trägen Mildenitzkanals nahe Sandhof wurde ein fiktives Fließgefälle von 0,18 bzw. 0,22 % berechnet (195 bzw. 103 m), was einem Gebirgsbach entspricht. Durch diese fiktiven Werte werden drohende Vernässungsschäden systematisch verschleiert. Die genauen Wasserspiegeldaten, Bildvergleiche und fachlichen Mängelrügen der Eigentümer sind im Dokument „MILDENITZ-DEBATTE“ unabhängig aufgearbeitet und unter folgendem Nachweis-Link öffentlich einsehbar:
https://drive.google.com/file/d/1e5CXcU_YtIZnpsMz_m9gNRlqlX8mVdC_/view
Um diese komplexen hydrologischen Zusammenhänge für die Öffentlichkeit verständlich zu machen, bietet der Kanal YouTube.com/@Langlume ergänzend detaillierte KI-Podcasts an. Werden Sie und Ihre Fraktion diese harten Belege und Analysen prüfen, um das mutmaßliche Behördenversagen im Agrar- und Rechtsausschuss des Landtags lückenlos aufzuarbeiten?
Sehr geehrter Herr L.,
zum jetzigen Zeitpunkt kann ich Ihnen noch keine fachlich valide Antwort auf Ihre Frage geben. Ich habe Ihre Eingaben an den fachpolitischen Sprecher unserer Fraktion weitergeleitet, um den Sachverhalt zu prüfen, und werde mit der Rückmeldung hier wieder auf Sie zurückkommen.
Herzliche Grüße
Jutta Wegner
Sehr geehrter Herr L.,
die Vorwürfe nehmen wir ernst. Aus den bislang öffentlich vorliegenden Unterlagen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Daten im Projekt „Serrahn Süd“ bewusst manipuliert wurden. Fest steht jedoch, dass die Landesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage von Beate Schlupp (Drs. 8/6578) einen konkreten Datenübertragungsfehler bei der Übertragung der Wasserspiegeldaten in das verwendete Grundwassermodell eingeräumt hat. Dadurch wurden die Grundwasserflurabstände im Ist-Zustand zunächst zu groß dargestellt. Die Modelldaten wurden nach Angaben der Landesregierung inzwischen korrigiert und an die Planfeststellungsbehörde übermittelt.
Für uns ist entscheidend, dass bei einem solchen komplexen Moorschutzprojekt die zugrunde liegenden Daten und Modelle belastbar, nachvollziehbar und transparent sein müssen. Wir erwarten deshalb, dass die Planfeststellungsbehörde die vorgebrachten fachlichen Einwendungen sorgfältig prüft und die korrigierte Datengrundlage bei ihrer Entscheidung berücksichtigt. Das Planfeststellungsverfahren bei der unteren Umweltbehörde Ludwigslust-Parchim läuft aber derzeit noch; Wir werden die weitere Prüfung und die Entscheidung der Behörde entsprechend verfolgen. Zunächst warten wir hier das Ende des laufenden Verfahrens und den Beschluss ab.
Wir halten die Wiedervernässung von Mooren grundsätzlich für einen wichtigen Beitrag zum Klima-, Natur- und Gewässerschutz. Gerade deshalb müssen solche Projekte fachlich sauber geplant, transparent umgesetzt und die Interessen der betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer angemessen berücksichtigt werden.
Herzliche Grüße
Jutta Wegner

