Wie wollen Sie glaubwürdig für Frieden, Diplomatie und parlamentarische Debattenkultur eintreten, wenn Sie zugleich sicherheitspolitische Gegenargumente verkürzen und mit „Halt’s Maul“ quittieren?
ESie kritisieren eine zunehmende Militarisierung unserer Außenpolitik und warnen davor, Russland als dauerhaften Gegner zu behandeln. Das ist eine legitime politische Position. Schwieriger wird es jedoch dort, wo daraus der Eindruck entsteht, Abschreckung, Bündnisverpflichtungen und Sicherheitsinteressen osteuropäischer Staaten würden nur unzureichend berücksichtigt. Wer eine alternative Friedens- und Sicherheitspolitik fordert, müsste deshalb konkret erklären, wie Abschreckung gegenüber einer Atommacht, die bereits militärische Gewalt gegen einen europäischen Nachbarstaat eingesetzt hat, ohne ausreichende Verteidigungsfähigkeit funktionieren soll. Vor diesem Hintergrund erscheint einen Zwischenruf mit „Halt’s Maul“ ihrerseits besonders problematisch (https://dbtg.tv/cvid/7656571, Zeit: 1min 50sec) Wer selbst eine differenzierte Debatte über Krieg und Frieden verlangt, sollte Gegenargumente nicht persönlich abwerten. Wie lösen Sie diesen Widerspruch auf?

