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Jorinde Schulz
DIE LINKE
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Wie wollen Sie dazu beitragen, dass in der nächsten Legislatur eine Ernährungsstrategie für die Metropolregion Berlin - Brandenburg erarbeitet und in Kraft gesetzt wird?

Berlin ist keine Insel - für eine regionales, ökologisches Versorgungssystem müssen Berlin und Brandenburg weitgehend und gut abgestimmt kooperieren.
Mehr unter https://ernaehrungsrat-berlin.de/ernaehrungsdemokratie-fuer-berlin/

Frage von Henrike R. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 4 Tage

Sehr geehrte Frau R.,

ich werde mich dafür einsetzen, dass eine Ernährungsstrategie gemeinsam mit lokalen Ernährungsinitiativen und -aktivist*innen, landwirtschaftlichen Kollektiven und Produktionsgenossenschaften sowie den vielen Wissenschaftler*innen Berlins, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, erarbeitet wird.

Folgendes sind die Kernpunkte einer LINKEN Ernährungsstrategie: In Zusammenarbeit mit Brandenburg wollen wir als LINKE die regionale, ökologische Landwirtschaft fördern. Das kann einerseits geschehen, indem öffentliche Kantinen und das Catering in städtischen Betrieben und Einrichtungen auf Bio-Ernährung regionaler Erzeuger umstellt. Andererseits ist es wichtig, kleinere bäuerliche Betriebe im Berliner Umland beim Aufbau regionaler Logistik-, Verarbeitungs- und Vertriebsnetzwerke zu unterstützen.

Wir wollen die Verschwendung von Lebensmitteln beenden. Food-Sharing und Lebensmittelspenden jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums helfen bei der nachhaltigen, verantwortungsvollen Nutzung von Nahrungsmitteln. Wir setzen uns für die Entkriminalisierung des sogenannten Containerns ein. Wir wollen mehr Orte der Gemeinschaftsverpflegung in Berlin und ein Berliner Monitoring zu Ernährungsarmut einführen.

DIE LINKE wird sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Mehrwertsteuer für nachhaltige und gesunde Lebensmittel auf sieben Prozent gesenkt wird. Wir fordern die kostenlose Bereitstellung von Leitungswasser (durch Trinkspender) im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden. Die Förderung von Leitungswasserangeboten soll ebenfalls in der Gastronomie und im Einzelhandel erfolgen, auch um dadurch das Angebot zuckerhaltiger Getränke zurückzudrängen.

Ein zentraler Faktor in Bezug auf die ernährungspolitische Wende sind außerdem die Arbeitsbedingungen in der deutschen Landwirtschaft, die durch Niedriglohnarbeit und die Ausbeutung von migrantischen Arbeiter*innen geprägt wird. Dieses Lohndumping, das menschenunwürdige Zustände in der Landwirtschaft herbeiführt und Preise unsäglich drückt, gehört beendet. Kommunale Kaufhäuser können außerdem die Marktmacht großer Supermarktketten brechen, die kleine, ökologisch produzierenden Betrieben schwer benachteiligt.