Welchen Leistungsanreiz setzt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren für ein langes und kontinuierliches Berufsleben?
Sehr geehrter Herr Spahn,
Sie haben sich dafür ausgesprochen, die tatsächliche Lebensarbeitszeit stärker beim Renteneintritt zu berücksichtigen und darauf hingewiesen, dass es einen Unterschied machen müsse, ob jemand mit 18 Jahren ins Berufsleben einsteigt oder erst mit 28 Jahren nach einem Studium.
Wie passt dazu die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren?
Wenn jemand erst zehn Jahre später ins Berufsleben einsteigt, aber grundsätzlich zum gleichen Zeitpunkt aus dem Erwerbsleben ausscheiden kann wie jemand, der diese zehn Jahre bereits gearbeitet und Beiträge geleistet hat: Welchen rentenpolitischen Anreiz setzen wir damit für eine möglichst langjährige Erwerbsbiografie?
Ich meine, hier werden massiv Fehlanreize gesetzt dahingehend, spät ins Berufsleben einzusteigen und/oder häufiger längere Familienauszeiten oder Sabbaticals einzuplanen
Mit freundlichen Grüßen
S. H.

