Als Arzt sehe ich die Folgen von zu viel Zuckerkonsum, Adipositas und Diabeteserkrankungen. Evidenz und Ärzteschaft plädieren für eine Einführung einer Zuckersteuer. Warum ist die CDU dagegen?
Sehr geehrter Herr V.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie sprechen ein wichtiges gesundheitspolitisches Thema an. Ein übermäßiger Zuckerkonsum begünstigt unter anderem Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Genau deshalb müssen wir vorbeugen und diesem Thema einen deutlich höheren Stellenwert einräumen.
Ich bin überzeugt, dass wir insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor den Folgen ungesunder Ernährung schützen müssen. Dazu gehört, Wissen über gesunde Ernährung besser zu vermitteln, Lebensmittel verständlich zu kennzeichnen und einen gesunden Lebensstil zu fördern.
Was die Zuckersteuer anbelangt, hat sich die Bundesregierung darauf verständigt, ab 2028 eine Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke einzuführen. Ziel ist es, Anreize für die Hersteller zu schaffen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren und zugleich einen Beitrag zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu leisten. Ich finde das mit Blick auf die oben beschriebenen Auswirkungen von zu viel Zucker richtig.
Gleichzeitig sollten wir die Erwartungen an eine solche Maßnahme realistisch halten. Die wissenschaftliche Studienlage zeigt bislang kein eindeutiges Bild, ob eine Zuckersteuer allein zu einem spürbaren Rückgang von Übergewicht oder Diabetes führen kann. Deshalb sehe ich die Zuckersteuer nicht als Allheilmittel, sondern als einen Baustein einer umfassenden Strategie. Ebenso wichtig ist es, Kindern und Erwachsenen gesunde Ernährung näherzubringen und sie zu mehr Bewegung zu motivieren.
Vielen Dank, dass Sie dieses wichtige Thema angesprochen haben.
Herzliche Grüße
Jan-Marco Luczak

