Was sagen Sie als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion zu den ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien?
"Das fünftägige Feuer in der Großraffinerie Tuapse ist gelöscht, die kilometerhohe schwarze Rauchsäule über der 63.000-Seelen-Stadt an der Schwarzmeerküste hat sich aufgelöst, aber die Bilder aus der Urlaubsregion bleiben postapokalyptisch. Am städtischen Strand mühen sich Freiwillige in weißen Schutzanzügen, vom Heizöl verklebten Kies in Säcke zu schaufeln. Andere fangen traurige, mit Asche verschmierte Straßenhunde ein, um sie zu säubern. Die Telegram-Kanäle der Naturschützenden klagen, man bräuchte mehr Helfende, und suchen fieberhaft nach Gummistiefeln. Ökologen berichten, außer sterbenden Fischen und Vögeln seien auch tote Delfine gesichtet worden. Und weitere Heizölteppiche haben die Strände von Tjumenskij und Nowomichajlowskij, 12 und 26 Kilometer weiter nördlich, erreicht." https://www.fr.de/politik/raffinerie-brand-in-tuapse-verseucht-straende-mit-heizoel-und-asche-94281433.html
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Kriege verursachen nicht nur unfassbares menschliches Leid und enorme wirtschaftliche Schäden, sondern haben auch massive Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden durch die Kämpfe rund 311 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – das entspricht in etwa den Gesamtemissionen Österreichs der vergangenen vier Jahre.
Der Krieg verursacht zudem langfristige Schäden an der Natur. Große Teile der Schutzgebiete und Wälder in der Ukraine liegen in Kampfzonen und werden durch Brände, Minen, Ölverschmutzung und Schwermetalle zerstört. Satellitenbilder zeigen, dass entlang der Front bereits große Waldflächen vernichtet wurden. Auch Wildtiere leiden unter verminten Gebieten und zerstörten Wanderrouten.
Die Ukraine verteidigt sich zurecht und mit großer Entschlossenheit gegen die russische Invasion – auch durch Angriffe auf militärisch relevante Infrastruktur jenseits der Grenze. Diese richten sich vor allem gegen Energieinfrastruktur, wie etwa im Fall des Raffineriebrands in Tuapse. Die dort entstehenden Umweltschäden reihen sich in die insgesamt gravierenden Folgen ein, die dieser Krieg für Umwelt und Klima verursacht.
Mit freundlichen Grüßen
Jakob Blankenburg

