Wie erklärt sich, dass in der Altersversorgung Beamte um ein Vielfaches besser gestellt sind als Rentner und was würden die Linken gegen diese Gerechtigkeitslücke tun?
Beamte zahlen in keine Kasse ein. Die Beiträge für die private Krankenversicherung fallen deutlich niedriger aus als gesetzliche Beiträge und für die Pflegeversicherung zahlen Beamtinnen und Beamte nur den hälftigen Beitragssatz, Rentnerinnen und Rentner den vollen Satz.
Nach 5 Jahren haben Beamtinnen und Beamte einen Anspruch auf eine Mindestpension; nach 40 Jahren bekommen sie 71,75 Prozent ihrer Bezüge, Angestellte nach 45 Jahren 48 Prozent. Die durchschnittlichen Netto-Pensionen sind annähernd dreimal höher als die durchschnittliche Netto-Renten. Pensionen steigen jährlich stärker steigen als die Renten - Eine Ungleichbehandlung, herabwürdigend für alle, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und letztlich ein sozialer Sprengstoff.
Lieber Herr B.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Auch die Linke fordert mutige Reformen in der Rente, die zu einer langfristigen Sicherung der Finanzierung und gerechteren Verteilung der Beitragslast führen.
Darum fordern wir die Einführung einer gesetzlichen Rentenversicherung, in die alle einzahlen – auch Selbstständige, Beamtinnen und Beamte, und Politikerinnen und Politiker. Auch auf Einkommen aus Kapitalerträgen sollen Beiträge entfallen. In anderen Ländern wird das bereits so gehandhabt: In Österreich zahlen alle in eine gemeinsame Rentenkasse ein – und Rentnerinnen und Rentner bekommen dort fast doppelt so viel wie in Deutschland.
Für uns ist die Einbeziehung der Bundestagsabgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung ein erster Schritt in Richtung einer gemeinsamen Rentenkasse für alle – deswegen haben wir im Oktober 2025 einen Antrag eingebracht, der genau das fordert: https://dserver.bundestag.de/btd/21/027/2102708.pdf
Sie kritisieren auch die niedrigeren Beiträge für die private Krankenversicherung, verglichen mit denen für die gesetzliche Krankenversicherung. Auch hier macht die Linke entschlossene Vorschläge, die zu einer Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkasse und zu einer gerechteren Verteilung der Beitragslast beitragen würden. Hier wollen wir ebenfalls die bestehende 2-Klassen-Logik abschaffen, und fordern langfristig eine gemeinsame Kranken- und Pflegeversicherung, in die alle einzahlen – auch Selbstständige, Beamtinnen und Beamte, und Politikerinnen und Politiker. Auf Kapitalerträge sollen ebenfalls Beiträge entfallen.
Auch zu diesem Thema haben wir im Juni vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht: https://dserver.bundestag.de/btd/21/003/2100344.pdf Um Leistüngskürzungen und die Beitragsexplosion in Gesundheit und Pflege zu verhindern, fordern wir in dem Antrag unter anderem die Erhöhung und langfristige Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und langfristig die erwähnte Überführung der privaten Kranken- und Pflegeversicherungen in das gesetzliche Versicherungssystem.
Die Linke steht für eine echte solidarische Politik, die für faire Löhne, einen starken Sozialstaat und einen bezahlbaren Alltag kämpft. Damit schaffen wir ein Leben in sozialer Sicherheit für alle. Kürzungen im Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Demokratiebereich stellen wir uns entschieden entgegen.
Wir wissen, wofür wir stehen und für wen wir uns einsetzen: Für die arbeitenden Menschen und alle, die ohne uns keine Stimme im Bundestag hätten.
Mit solidarischen Grüßen
Das Team von Ines Schwerdtner

