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Ines Schwerdtner
Die Linke
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Frage von Mario G. •

Die Unternehmer beklagen schlechte Wettbewerbsbedingungen und Standortnachteile. Bei betriebswirtschaftlicher Betrachtung verdient ein Unternehmer unabhängig vom Gewinn, an jeder Arbeitsstunde mit. Ist das noch Moralisch vertretbar und Fair?

Das sind Betriebswirtschaftliche Grundlagen:
Je nach angewendetem Faktor und Stundenlohn bis zu 10 % Gewinn, auf den Stundensatz für den Arbeitnehmer. Ein signifikanter Teil des berechneten Stundensatzes ist kein Arbeitslohn, sondern deckt Unternehmerkosten und Gewinn ab.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stundenverrechnungssatz?utm_source=chatgpt.com
Kalkulation und Kostenrechnung
Die gängige Faustregel = Stundensatz = Lohnkosten * Faktor
Typische Faktoren = 2,0 | 2,2 | 2,5 | 2,7 | 3.0
Beispiel = Lohnkosten: 31 € / Stunde
Faktor Verrechnungssatz
2,2 ca. 68 €
2,5 ca. 78 €
2,8 ca. 87 €
Da kommen pro Arbeitsstunde bis zu 10, 00 € Gewinn für den Unternehmer. Gingen nur 5,00 € davon in die Rentenkasse des Arbeitnehmers, dann hätte er im Alter ein gutes auskommen. Ist das noch Moralisch vertretbar und Fair, in diesen Wirtschaftlichen schlechten Zeiten. Müssen solche Gewinne auf die Arbeitsstunden wirklich sein.
Gruß Mario G.

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Antwort von Die Linke

Lieber Herr G.,

vielen Dank für Ihre Frage. Kurz gesagt: Nein, fair ist das nicht.

Das Beispiel zeigt ein strukturelles Problem unseres Wirtschaftssystems: Die unfaire Ungleichverteilung des gesamtgesellschaftlichen Wohlstandes, den wir alle gemeinsam erwirtschaften. Zwar sind Aufschläge auf den Lohn teilweise nachvollziehbar (Sozialabgaben, Ausfallzeiten, Verwaltung), ein anderer Teil ist jedoch Gewinn. Dieser wird durch die Arbeit der Beschäftigten erwirtschaftet, kommt aber nur den Unternehmerinnen und Unternehmern zugute. 

Während dieser Überschuss beim Unternehmen verbleibt, stehen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor niedrigen Renten und steigenden Lebenshaltungskosten. Gewinne durch Arbeitsstunden sind betriebswirtschaftlich üblich, aber gesellschaftlich nur dann legitim und fair, wenn die Menschen, die diesen Wert geschaffen haben, davon auch spürbar profitieren – etwa durch höhere Löhne oder höhere Arbeitgeberbeiträge in die Sozialversicherungen.

Für eine sichere und auskömmliche Rentenfinanzierung sowie eine gerechte Verteilung der Beitragslast fokussiert sich die Linke auf eine zusätzliche Forderung: Eine gesetzliche Rentenversicherung, in die alle einzahlen – auch Selbstständige, Beamtinnen und Beamte, und Politikerinnen und Politiker. Auch auf Einkommen aus Kapitalerträgen sollen Beiträge entfallen. In Österreich wird das beispielsweise bereits ähnlich gehandhabt, und Rentnerinnen und Rentner bekommen dort fast doppelt so viel.

Die Einbeziehung der Bundestagsabgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung ist für uns ein erster Schritt hin zu einer gemeinsamen Rentenkasse für alle – im Oktober 2025 haben wir einen entsprechenden Antrag eingebracht: https://dserver.bundestag.de/btd/21/027/2102708.pdf

Die Linke steht für eine echte solidarische Politik, die für faire Löhne, einen starken Sozialstaat und einen bezahlbaren Alltag kämpft. Wir wissen, wofür wir stehen und für wen wir uns einsetzen: Für die arbeitenden Menschen und alle, die ohne uns keine Stimme im Bundestag hätten.

Mit solidarischen Grüßen

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