Sind sie für die Reaktevierung der kaiserbahn und Sitz der DB dialog wieder in schwerin und Aubau des Molli netzes und Erhalt Ic hotels Schwerin und Rosstock
Vorwegnehmen möchte ich, dass ich keine Verkehrspolitikerin bin und mich für die Beantwortung der vier Teil-Fragen natürlich mit meinen Kollegen im Landtag M-V Henning Foerster verständigt habe.
Zur Reaktivierung der Kaiserbahn (Hagenow bis Mölln) -
Antwort: Die Landesregierung M-V hat verschiedene Strecken mit Blick auf ihrer Reaktivierungspotentiale untersuchen lassen. Für die „Kaiserbahn“ genannte Strecke Hagenow – Zarrentin – Landesgrenze MV/SH (-Ratzeburg) wurde ein Fahrgastaufkommen prognostiziert, dass eine Reaktivierung möglich erscheinen lässt. Zwischen Hagenow und Zarrentin wird die Strecke ja auch noch für Transport (privates Unternehmen) genutzt. Für die Kaiserbahn ist die Grundvoraussetzung gegeben. Das positive Untersuchungsergebnis ist ein erster Meilenstein auf dem Weg zur Reaktivierung. Entscheidend sind die Ergebnisse der sogenannten standardisierten Bewertung, einer Wirtschaftlichkeitsanalyse nach Kriterien des Bundes. Diese erfolgt im Verkehrsministerium des Bundes.
Ich halte die Reaktivierung für sinnvoll, da diese sehr der Entlastung insbesondere der Strecke Hagenow - Hamburg dienen würde und die Erreichbarkeit von Städten wie Wittenburg und Zarrentin durch die Bahn wieder hergestellt würde. Allerdings sehe ich auch, dass die aktuellen Streckensanierungen und Erhaltungsarbeiten viele Kapazitäten binden, die ebenso notwendig sind, um ein attraktives Bahnangebot auf den vorhandenen Strecken zu sichern.
Sitz der DB Dialog wieder in Schwerin -
Antwort: DB Dialog hat insgesamt 4 Standorte. (Berlin, Frankfurt/Main, Hannover, Schwerin) Schwerin war einst die Wiege des heutigen Unternehmens. Dort wurde 1996 die DB Dialog Telefonservices GmbH gegründet.
Sie war Auffangbecken für ca. 90 Beschäftigte, überwiegend Frauen, die bei der Bahn vormals Kundenreklamationen, Erstattungen etc. bearbeitet hatten und durch Umstrukturierungen arbeitslos zu werden drohten.
1999/2000 wurden die bundesweit 75 fernmündlichen Reiseauskünfte (fRA) per Betriebsübergang zu 13 professionellen Callcentern überführt und unter dem Dach der DB Dialog zusammengefasst.
2004 gab es einen harten Sanierungsprozess in dessen Folge man das Geschäft an 6 Standorten konzentrierte. Damit einher ging der Umzug der Zentrale nach Berlin.
2012 erfolgte eine geschäftliche Neuausrichtung und die Umbenennung in DB Dialog GmbH. Numehr ist das Unternehmen mit ca. 1200 Beschäftigten nur noch an 4 Standorten vertreten. Der Schweriner Standort blieb aber erhalten. Er ist nach wie vor der zweitgrößte Standort mit eigener Personal-, Technik- und Trainingsabteilung. Insofern sehe ich keine Notwendigkeit einer Rückverlagerung der Zentrale aus Berlin.
Aber ich kann verstehen, dass man das Gefühl hat, dass die Bahn MV aus dem Blick verliert, angesichts der immer wieder aufkommenden Diskussion um die Ausdünnung der Angebote Richtung MV. Ich wünsche mir, dass Schwerin als Landeshauptstadt, Rostock als Hafenstadt und MV insgesamt die Küstenregion als Touristischer Ort auch zukünftig von der Deutschen Bahn mitgedacht wird.
Ausbau des Molli-Netzes
Antwort: Im Jahr 2019 hat die Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH bei der TU Dresden eine Studie in Auftrag gegeben, die das Potenzial einer Streckenerweiterung der Molli-Strecke nach Rerik und nach Warnemünde bewerten sollte. Gleichzeitig war zu prüfen, ob neben der touristischen auch eine wirtschaftliche Attraktivität gegeben ist.
Dabei wurde dem Ausbau großes Verkehrspotential bescheinigt. Zukünftig wäre die Verbindung nicht nur für Touristen interessant, sondern auch für Schüler und Pendler. Mittels dieser zusätzlichen Zielgruppen ist eine Verdopplung der Fahrgastzahlen möglich. Die Studie hat auch gezeigt, dass ein Bus auf der gleichen Strecke das vorhandene Verkehrspotential nicht abrufen bzw. ausschöpfen könnte.
Für beide Richtungen wurde eine Vielzahl von Trassenführungskorridoren untersucht. Beide neuen Streckenabschnitte nach Rerik (10 km) und nach Warnemünde (17 km) wären entsprechend realisierbar. Eine Anbindung nach Rerik würde vom Bahnhof Kühlungsborn West starten und mögliche Anbindungen nach Warnemünde würden vom Bahnhof Rennbahn abgehen.
Die neue Eisenbahnstrecke würde den Umstieg vom Auto auf die Schiene erleichtern und somit den Ausbau klimafreundlicher Verkehrswege fördern. Gleichzeitig wird die Attraktivität der Region durch die Bahn-Anbindung gesteigert. Touristische Attraktionen und Ausflugsmöglichkeiten werden erweitert. Insgesamt schafft die Mecklenburgische Bäderbahn Molli mit den fast 30 km neuen Schienenweg 60-70 neue Jobs in der Region.
Der Kreistag Landkreis Rostock ist den Argumenten jedoch nicht gefolgt. (Weder das Land noch der Bund stehen hier in der Verantwortungs- und Entscheidungsmacht.) Der Landkreis hat den Ausbau am 21. September 2022 mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit sind die Pläne, die Strecke von Bad Doberan nach Warnemünde bzw. von Kühlungsborn nach Rerik zu erweitern, vorerst vom Tisch. Vor allem die 100 Millionen Euro Kosten waren ausschlaggebend. Man sah andere Prioritäten.
Erhalt IC-Hotels Schwerin und Rostock
Antwort: Die Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die 175 Hotels der Revo Hospitality Group wurden am oder um den 1. April 2026 eröffnet. In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Häuser betroffen. So gehören das „Intercity Hotel Schwerin“, „Hotel Schloss Neustadt-Glewe“, „Aedenlife Hotel & Resort Rügen“, „Vienna House by Wyndham Sonne Rostock“, „Vienna House by Wyndham Baltic Stralsund“ und „Townhouse Wismar a Vagabond Club“ zur Gruppe. Auch nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren werden die Hotels fortgeführt und können normal gebucht werden.
