Huy-Tam Van
CDU
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Frage von Uneel Fpuebrqre an Huy-Tam Van bezüglich Städtebau und Stadtentwicklung

# Städtebau und Stadtentwicklung 10. Feb. 2015 - 18:07

Lieber Herr Van,

wie ist Ihre Meinung zu den sog. "Überschwemmungsgebieten"?

Viele Grüße

Fpuebrqre

Von: Uneel Fpuebrqre

Antwort von Huy-Tam Van (CDU) 11. Feb. 2015 - 07:30
Dauer bis zur Antwort: 13 Stunden 23 Minuten

Sehr geehrter Herr Schroeder,

 vielen Dank für Ihre Nachricht.

Das Europäische Parlament hat unter dem Eindruck der verheerenden und lebensbedrohenden Hochwasserkatastrophen an den großen europäischen Flüssen wie beispielsweise Donau und Oder, die Richtlinie 2007/60 verfügt. Es sollen u.a. Überschwemmungsgebiete eingerichtet werden, die im Falle eines Hochwassers die Wassermassen aufnehmen können um die Menschen und Städte schützen.

Der Hamburger Senat möchte nun dieses Gesetz an verschiedenen Bächen (Ammersbek, Brookwetterung, Este, Kollau, Osterbek, Berner Au, Dove-Elbe, Falkengraben, Gose-Elbe, Lotbek und Tarpenbek) in Hamburg anwenden.

Am Beispiel der Berner Au ist das ein Bach, der sein Wasser hauptsächlich durch Oberflächenwasserzuleitungen aus über 32 Sielleitungen erhält. Im Zuge der großen Bauprojekte und des Straßenbaus werden in Hamburg immer mehr Flächen, auf denen Regenwasser umweltgerecht versickern kann, nun versiegelt. Bei Starkregen könnte es zukünftig dazu führen, dass die Grundstücke direkt an diesem Bach überschwemmt werden.

Welche Konsequenzen hat dies für den Grundstücksbesitzer und die Nutzungsmöglichkeiten seines Grundstücks? Die Menschen, die teilweise ihr Leben lang an diesem Bach wohnen oder erst vor einigen Jahren Grundstücke von Hamburg gekauft und gebaut haben, werden nach in Kraft treten dieser Hamburger Verordnung ihre Grundstücke nicht mehr frei nutzen dürfen - wodurch auch der Wert dieser Immobilien sinken wird. Die günstigste Lösung für den Senat, nämlich nicht in die begleitende Infrastruktur bei Bauprojekten (z.B. Kanalisation) zu investieren, ist für die betroffenen Anlieger die teuerste.

Ich bin der Meinung, dass der Senat zunächst prüfen muss, welche Maßnahmen wie beispielsweise Ausbau und Instandsetzung der vorhandenen Rückhaltebecken oder Errichtung von Sielen zur Versickerung des Regenwassers am Entstehungsort für einen Hochwasserschutz sinnvoller sind. Denn das Ziel sollte sein, dass nicht erst eine Überschwemmungsgefahr entsteht, sondern alle Hamburgerinnen und Hamburger geschützt leben können.

 

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Huy-Tam Van