Diakonie und Caritas sind die größten Werkstatt-Betreiber. Werden Sie als Kirchenbeauftragter darauf drängen, dass diese Träger endlich Mindestlohn zahlen und die Blockade der UN-BRK aufgeben?
Sehr geehrter Herr Heil,
als ehemaliger Arbeitsminister kennen Sie das Problem: In Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) wird kein Mindestlohn gezahlt, was zu Altersarmut führt. Deutschland wurde dafür von der UN gerügt.
Die größten Träger dieser Einrichtungen sind kirchliche Verbände wie Diakonie und Caritas. Diese nutzen oft ihr kirchliches Sonderarbeitsrecht, um echte Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaftsbildung zu erschweren. Es ist ein Widerspruch, wenn christliche Träger staatlich subventionierte Sonderwelten betreiben, statt Inklusion am ersten Arbeitsmarkt voranzutreiben.
In Ihrer neuen Funktion als Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften haben Sie den direkten Draht. Werden Sie Ihren Einfluss nutzen, um die Kirchen dazu zu bewegen, ihre Lobby-Macht nicht länger gegen den Mindestlohn und für den Erhalt von Sondereinrichtungen einzusetzen?

